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Der Turbo-Kapitalismus-Wuzzler

Fußball ist ein Mannschaftssport. Genauso wie Tischfußball vulgo Wuzzeln vulgo  Balankern. Zwei gegen Zwei ist normalerweise die Devise. Nicht so bei diesem Tisch. Hier ist man auf sich allein gestellt. Mann gegen Mann. Frau gegen Frau. Mann gegen Frau. Frau gegen Mann. Tier gegen Tier. Jeder auf sich allein gestellt. Wie im richtigen Leben. Wie im Kapitalismus. Der Turbo-Kapitalismus-Wuzzler.

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Schrei am Kreuz

Ein Geist, der seinen Spuk treibt? Eine Faschingsmaske, die an der Wand befestigt ist? Ein Abdruck eines Kopfes, künstlerisch gestaltet als Spiegelbild des Betrachters? Eine etwas andere Darstellung von uns selbst? Oder Jesus auf dem Kreuz? In diesem Fall wohl letzteres, oder vielleicht doch von allem etwas. Zu sehen gibt es dieses Werk in der Kirche von Murau in der Steiermark.

Übrigens ist Murau ein sehr sehenswerter Ort, ein mittelalterliches Städtchen mit Flair. Oben thront die Burg „Murowe“, die Stadtpfarrkirche St. Matthäus mit freigelegten Fresken strahlt Ruhe aus und dann gibts noch Stadtmauern, Sprungschanze und natürlich die bekannte Brauerei.

Gar nicht mal so übel das Murauer. Das aus Werbungs-Eigendefinition „beste Bier Österreichs“ schlägt man aber sowieso mit links. Wieso darf Gösser eigentlich mit so einem irreführenden Spruch werben? Und wieso wird Gösser nicht von den Mitbewerbern geklagt? Wohl nicht so einfach, weil Gösser im großen BrauUnion-Heineken-Konzern drinnen steckt. Kapitalismus, diese Wirtschaftsordnung die mehr und mehr zu einer überbereinigten Warenwelt führt. Wo führt das hin? Zu weniger Murauer und mehr Gösser, befürchte ich.

Für Leiwand, gegen Oasch

„Wir zahlen nicht für Eure Krise“ war das Motto der Demonstration in Wien und vielen anderen europäischen Ländern am Samstag vor dem G-20-Gipfel in London.

Ich war nur zu Beginn dabei, beim Treffpunkt Westbahnhof. Und war etwas enttäuscht, dass sowenig Leut dort waren. Der Demo-Zug ist aber am Nachmittag noch angewachsen, 20.000 Leut sollen laut Veranstaltern dort gewesen sein.

Insgesamt 265 Organisationen hatten zur Demo aufgerufen, unter anderem Attac, SOS Mitmensch und Gewerkschaften. Mittendrin auch SPÖ-Organisationen. Nicht allen war das Erscheinen der SPÖ willkommen. „Was machen die denn hier“, fragte eine Passantin. „Rücken krumm, Taschen leer. SPÖ, danke sehr“, skandierten andere Protestteilnehmer.

Was macht die SPÖ wirklich bei dieser Demo? Gibt es jetzt doch endlich einen politischen Ausweg aus der Finanzkrise? Doch die Politik ist viel zu verstrickt im Wirtschafts-Dickicht. Und wer wirlich was zu sagen hat, wenn Politiker mit Firmenbossen zusammenkommen, ist wohl auch klar.

Darum bin ich auch nicht mitgegangen bei den Demos, ich als alter Donnerstags-Maschierer. Ich wusst einfach nicht, gegen wen ich den Protest richten soll. Ich glaub fast, das muss man anders angehen.

Aber: Der Druck von der Straße hat auch schon viel bewegt in vergangenen Zeiten. Und es wäre so schön, wenn es in Österreich endlich eine Protestkultur gäbe. Ohne Diffamierungen, wenn man auf die Straße geht oder streikt. Aber das ist in unserem komplexbeladenen Land wohl zu viel verlangt.

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(Fotos: Peter Huber)