Kinder

Schnee in Wien: Mini-Schneemänner und frierende Spaziergeher

Schnee in Wien. Das alljährliche Chaos auf den Straßen ist vorprogrammiert. Doch schon nach einigen Stunden sind Straßen und Gehsteige nicht mehr weiß beschneit, sondern von Gatsch überzogen. Anders ist das in den Außenbezirken.

Das Schloß Wilheminenberg ist in eine Flockenhülle von Frau Holle getaucht, am Steinhof sind nur wenige Spaziergänger unterwegs, und durchwegs sieht ihr Begleiter, der Hund, fröhlicher aus als sie. Denn: Es ist eiskalt. Wintersport treiben sieht man noch niemanden – die Kinder dürfen noch nicht raus, um auf dem Schnee herumzurutschen. Darum haben wir nur einen einzigen Schneemann im Miniatur-Format entdeckt.

Nur einige Raben sind zu sehen auf ihrer Futtersuche. Und man selbst fühlt sich wie ein scharzer Rabe auf den verschneiten Spazierwegen.

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Lasst die Puppen starren

Kirtag am Land. Jahrmarktstände mit den ewig gleichen T-Shirts. Mit genau der selben Auswahl an Nachthemden, die an die 70er-Jahre erinnern. Jahrmarktstände mit genau dem selben Spielzeug „made in China“ wie am Stand nebenan. Das System sorgt für immer mehr an Gleichem. Und was kaufen sich die Kinder? Fake-Kaugummi, der dem Gegenüber einen kleine Stromstoß versetzt und Schokolade-Zigaretten, die echten Rauch ausstoßen. Interessante pädagogische Entwicklung. Und wie die Nachthemden erinnert das wiederum an die 70er-Jahre. Und dann gibt es noch die Puppen, die von den Ständen starren. Die Puppen mit immer menschlicheren Gesichtern. Die erinnern nicht an die 70er-Jahre, sondern an die Zukunft. An die immer perfektere Annäherung der Puppen an den Menschen. Was tun? Zurückstarren!
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Wenn schon kein Zirkuspferd, dann ein Zirkuskamel

Kamele und Lamas an der Hütteldorfer Straße. Warum? Weil schon seit Wochen ein Zirkus hier gastiert, anstatt dass die Baustelle für das neue Bezirkszentrum für den 14. Bezirk hier endlich gestartet wird. Und so wird hier gestreichelt und im Zelt nebenan treten Clowns und Artisten auf. Vielleicht schon ein Hinweis darauf, wer in Zukunft hier wirken wird.

Mich persönlich kann man mit Zirkus und Co ziemlich schnell in die Flucht schlagen. Ich habe bis heute nicht verstanden, was an einem Menschen mit Clownnase lustig sein soll – das ist fast schlimmer als deutsche Comedy. Artistische Zirkus-Einlagen rufen bei mir großes Gähnen hervor und nicht zuletzt sollte man auch die artgerechte Tierhaltung hinterfragen.

Als Kind wollte ich allerdings unbedingt in einen Zirkus. Die Schule hätte eine Fahrt nach Wien organisiert, die Eltern mussten noch zustimmen (und zahlen). Dank meiner Überredungskunst stimmten sie auch zu. Aber nur meine. Die Fahrt kam nicht zustande. Die anderen Kinder dachten wohl schon damals so über Zirkus wie ich heute. Typischer Spätzünder. Aber wenn mal gezündet, dann ordentlich.

Ki-Ka-Kinder-Perchtenlauf

Brauchtum soll in der heutigen Zeit ja hochgehalten werden. Vor allem bürgerliche Parteien bestehen darauf, um die dahinsiechenden Sozialdemokraten ganz zertrümmern zu können. Desto mehr verwundert es, dass es in Loosdorf eine Perchtengruppe gibt. Der Ort ist erstens tiefrot und zweitens vom Brauchtum Perchtenlauf soweit entfernt wie Salsa in Vorarlberg. Lange könnte ich jetzt über Verschwörungstheorien nachdenken. Hab ich auch schon an einer anderen Stelle gemacht. Und ich bin schon damals zur Überzeugung gekommen, dass es besser ist, beim Perchtenverein zu sein, als den ganzen Tag zu saufen. Obwohl bei den Veranstaltungen der Perchten auch ganz schön gsoffen wird. Diesmal haben die Perchten-Väter ihre Perchten-Söhne in die Laafn gsteckt. Und fertig war der Kinder-Perchtenlauf. Ki-Ka-Kinder. Gefürchtet haben sich die Kleinsten. Zählt also zur Abschreckung. Und zurückgeschlagen haben die größeren. Zählt also schon zur Kampfausbildung. Äußerst interessant.

Der Kinderfresser

Einmal Schnapp und weg ist der Kleine: Was wirklich  mit Kindern passiert, die sich in das groß geöffnete Krusty-Maul setzten, habe ich nicht beobachten können. Scheinbar hat sich niemand getraut. Aber zumindest konnten wir rausfinden, dass es der Clown ausschließlich auf Kinder abgesehen hat.

Gesehen im Böhmischen Prater in Wien.
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