Schlagwort-Archive: Party

Calexico on Speed

Slim Cessna’s Auto Club waren in der Stadt. Räudig! Roh! Explosiv! Eine Dynamit-Mischung aus Country Blues Overdrive. Da schaun Calexico nebenbei wie eine Rentnertruppe aus. Hätten sich mehr Zuschauer in der Arena verdient.

Ganz toll: Der Gitarrist mit seiner Doppelgitarre und dem Bildnis der heiligen Maria drauf.

Hatte ein bissl was von der Stimmung wie bei Balkan-Bands – die beiden Sänger sind auch ins Publikum gehopst. Großartig: Das rumorende Schlagzeug. Interessant: Das undefinierbare Instrument, sowas wie ein Crossover von Zither, Syntesizer und Hackbrett. Großartig.

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Ab an den Strand

Ganz schön schnell ist der Sommer über Wien hereingebrochen. So schnell, dass vorerst die Sommer-Bars am Donaukanal gar nicht reagieren konnten. Jetzt aber ist überall eröffnet. An der Strandbar Herrmann bekommt man wieder keinen Platz im Sand und muss sich mit Ultra-Bobos herumschlagen.

Geheimtipp ist daher die Adria. Dafür muss man nicht nach Italien. Zur Salztorbrücke reicht. Kleiner als der Herrmann-Strand, dafür viel gemütlicher. Und statt der Aussicht auf den Uniqa-Tower – der am Abend mit äußerst interessanten Lichtinstallationen bespielt wird sieht man auf den Ringturm, den ersten sogenannten Wolkenkratzer aus den 50er-Jahren, der damals in unserem Städtchen aufgestellt wurde. Und der hat auch was zu bieten: Von der Beleuchtung seiner Antenne kann man die Wettervorhersage ablesen. Obwohl: An der Adria müsst doch immer schönes Wetter sein…

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Quetschn-Punk und 30er-Jahre-Balkan-Dixie

Rideontime.at, die ach so wienerisch genannte Jugendplattform der Wiener Linien hat im WUK Geburtstag gefeiert. Und ich überleg mir grad: Wofür gibts diese Plattform eigentlich? Bin dankbar für sachdienliche Hinweise.

Jedenfalls: Party im WUK, bei schönstem Schanigartenwetter und mit Live-Auftritten von Attwenger und Fatima Spar and the Freedom Fries.

Zuerst traten Fatima Spar auf, auf die ich mich besonders gefreut hatte. Damals hatte ich sie im Roten Salon des Volkstheaters gesehen, und dort hatte diese Musik im Stil der 30er-Jahre mit Balkan-Einschlägen genau hingepasst. Diesmal war ich eher enttäuscht. Zu dixieländig waren mir die Bläsersoli, zu verwechselbar der Balkan-Einschlag. Am besten hat mir noch die Stimme von Fatima gefallen – und das verraucht französisch klingende Akkordeon. Und das war wohl der Übergang auf die an diesem Abend bessere Band – auf Attwenger.

Zu Attwenger gibt es ja eigentlich nicht mehr viel zu sagen, ich habs ja schon sehr oft live gesehen. Und jedes mal dasselbe: Bei den Auftritten von Binder und Falkner wird mir immer vor Augen geführt, was man aus der Ziehharmonika rausholen kann. So viel hatte ich damals nicht drauf, als ich von meinen Eltern sanft gezwungen worden war, Akkordeon zu lernen.

Wie immer ein sprechgesanglich hochwertig monotoner Drum and Akkordeon-Event. „Werma schaun, werma sogn.“ Nicht nur monoton, dazwischen auch feurig mit Landler und „I und du und nu a Mau.“

Ein bissl leise ist mir das Akkordeon vorgekommen. Zwei Erklärungsmodelle: Ich bin nach so vielen Konzerten halbtaub. Oder die Wiener Linien schaun auf unsere Jugend und lassen die Regler weiter unten.

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Tanz Baby! live: Das ist wirklich traurig

„Ich bin traurig, und schon den ganzen Tag nicht gut drauf“. So eine Songzeile von Tanz Baby! Wunderschöner Song, der sehr gut arrangiert ist. Seit gestern bin ich auf Tanz Baby! allerdings nicht mehr gut zu sprechen. Ich habe einen Fehler gemacht und einen Live-Act der Band angesehen. Und es war niederschmetternd.

Am Anfang ist man noch gefangen von der mit großer Überheblichkeit an den Tag gebrachten Selbstdarstellung von Sänger David. Ein Schlagerdandy, macht zu Beginn Spaß. Bald aber schon hat sich dieser Schmäh abgenutzt.

Und leider kommt ein Live-Auftritt den schönen Arrangements der Studioproduktionen von Tanz Baby! auf keinem Fall nach. Die Lieder, die sich zwischen Schlager und NDW und 30er-Jahre-Sound bewegen, klingen irgendwann dann alle ziemlich gleich. Die Texte schmusen sich nur zu Beginn in den Gehörgang, irgendwann will man diese Suderei über die Liebe und die Einsamkeit, diese ewige Suderei, nicht mehr hören.

Und: Ich tät nie mit so einer Mini-Elektro-Gitarre auftreten, die ausschaut wie aus Toys’R’Us gestohlen,  wie der Gitarrist und Pianist. Schön gesungen hat die Sängerin. Aber wofür hatte sie nur die Sticks in Händen. Luftgitarre ist tot, es lebe Lufttrommeln!

Die E-Gitarre hat dann auch den schönen Sound von „Ich bin traurig“ vernichtet. Schad drum. Gefehlt haben die heulenden und klagenden Trompeten. Vielleicht sollte Tanz Baby mal einen Auftritt mit guten Musikern probieren.

Allerdings ein bissl ein versöhnlicher Abschluss: Die Mitwirkenden im letzten Video mitsingend und mitklatschen auf der Bühne. Hat das Konzert aber auch nicht mehr retten können.

Schad drum, jetzt bin ich traurig, und schon den ganzen Tag…

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Steck dir dein Handy in den Arsch

In Wien gibts die Donau und das Donau. Die Donau ist so blau so blau. Und das Donau ist ein sehr empfehlenswerter Club. Mit tollen Visuals, dadurch sieht das Lokal jeden Abend wieder anders aus. Und dadurch wird der Stuck, der ein bisschen an eine Kirche erinnert (Wer bitte weiß, was diese Räume früher beherbergt haben?) in ein ganz neues psychedelisches Licht gehüllt. Und das alles bei schamlos drauf los blubbender Musik.

Nicht zu vergessen: Das Donau ist das einzige Lokal in Wien, das einen Würstelstand integriert hat. Eine grenzgeniale Idee.

Ganz wichtig beim Donau: Von Zeit zu Zeit wird das Motto gewechselt, das in großen Leucht-Lettern an einer Wand prangt. Da hats zum Beispiel schon gegeben: „Für Gabi tu ich alles“.

Derzeit ist das Motto: „Steck dir dein Handy in den Arsch“. Hat mich insoweit beeindruckt, dass ich neben diesem Slogan gar nicht telefonieren wollt, weil ich mich irgendwie geniert hab. Beim Typen neben mir ist das ganz in die andere Richtung eingefahren, der hat sich sein Handy nämlich nicht in den Arsch gesteckt, sondern er hat stundenlang das Handy ans Ohr gehalten und telefoniert. Auch eine Möglichkeit, Widerstand zu leisten. In dem Fall gegen leuchtende Buchstaben.

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Kreisky: Die Angst, der Teufel zu sein

„Wir hören die Motoren, wir hören die Motoren. Da sind Flugzeuge im Sturm.“ Der Text des Openers zum am 23. März erscheinenden zweiten Albums von Kreisky legt den Grundstein für zehn Songs, die auf Punk-Traditionen und Post-Hardcore-Elementen mit röhrendem Gitarrensound aufbauen. Die deutschen Texte sind konsequent typisch-österreichisch grantig und beleuchten das Leben von einer deutlich depressiv angehauchten Seite mit einer gehörigen Portion Weltschmerz.

>>Der volle Text und alle Konzert-Termine

>>Alle Bilder vom Album-Release-Live-Konzert im Flex

„Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld“ ist der Titel des Albums und zitiert damit das allgemeine Schuldbekenntnis der katholischen Liturgie. Konsequent werden dann auch ur-katholische Themen in den Songs verarbeitet: Neid, Eifersucht, Schuldgefühle und andere Sünden geben einen Einblick in die österreichische Seele – dargeboten von einem gesanglich zwischen Arroganz und dem Wunsch nach Hinausschreien pendelnden Franz Adrian Wenzel.

Musikalisch arbeitet Kreisky mit einem klassischen Band-Set Up: Schlagzeug (Klaus Mitter), Bass (Gregor Tischberger), Gitarre (Martin Max Offenhuber), Orgel und die unverkennbare Stimme von Wenzel. Dieser ist neben seiner Rolle als Frontmann von Kreisky auch weltberühmt in Österreich als Austrofred, der es sich in grantelnder Manier zum Ziel gesetzt hat, den Austropop zu retten und über Queen-Klassiker die bekanntesten Texte von Austopop-„Hadern“ singt.

Im Unterschied zum unbetitelten Debüt-Album von Kreisky klingt das neue Werk deutlich professioneller, wuchtiger und roher. Dem Grundsatz, dass sie keine Genre-Band sein wollen, bleiben die vier Kreiskys weiterhin treu: Keine Anbiederung an formatradiotauglichen Deutsch-Rock, im Gegenteil, der Sound ist kantig und geprägt von schnellen Taktwechseln.

Hitpotenzial zumindest in der alternativen Szene haben einige Titel. In „Die dummen Schweine“ werden Wünsche vieler Männer zu eingängigen Gitarrenriffs formuliert: „Das ist mein größter Wunsch: Alle Mädchen laufen mir nach und ich lasse sie stehen.“

Neben der Single „Asthma“ kann der Track „Dow Jones“ mit seiner erfrischenden Aufrichtigkeit und Power punkten, die auch live funktioniert: „Und wann sind wir endlich daheim? Wir sind nie daheim. Wann kommen wir endlich heim? Wir kommen nie heim.“

Eine gelungene Weiterentwicklung im Vergleich zur ersten Platte, die auch textlich formuliert ist: Hieß es beim Erstlingswerk noch: „Es gibt genug zu fürchten, 1000 Gründe Angst zu haben“, geht es jetzt ums Eingemachte: „Ich habe Angst vor tiefen Gewässern, ich habe Angst alleine zu bleiben, ich habe Angst vor zu klugen Leuten und oft hab ich Angst, der Teufel zu sein.“

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Apres Ski in Flachau

Flachau, der Heimatort von Hermann Maier. Ein relativ grauslicher Skiort. Dort schaut alles aus, wie wenns nur Kulisse wär und die Piefke-Saga längst Realität.

Wir warn dort in den Apres-Ski-Lokalitäten. Und wie es bei diesen Events so ist: Man muss schon halbwegs besoffen sein, um das Gegröle auszuhalten. Vom Hofstadl bis zum Musistadl.

Ganz grauslich: Der Hofstadl. Mit Ofenziegeln im Tittenstil. Und Sauf-Dröhn-Musik. Und alt sind wir uns drinnen vorgekommen. Und das nennt sich Apres-Ski-Tempel…

Ein bissl weniger grauslich: Der Musistadl. Eine Disco, die aussieht wie die alte Deko vom Musikantenstadl. Die Musik ist halbwegs ok, ein bissl zu volksdümmlich. Aber alles gut organisiert dort. Und die Tanzband, die dort aufgetreten ist, hat so richtig Stimmung gemacht und verdient meinen großen Respekt:  Wer Falco nachspielt, muss sich schon viel zutrauen – und sie warn nicht mal peinlich dabei.

Übrigens steht in Flachau das schiachste Denkmal der Welt: Das von Hermann Maier.

Lack und Leder Ball: Der Mann mit der Flex am Stahlpenis

Es ist vollbracht. Der Lack- und Lederball 2009 auf Schloß Leiben ist über die Bühne. Und diesesmal lässt er mich etwas ratlos zurück.

Was heuer besonders aufgefallen ist: Die grottenschlechte Performance von Bands in der Galerie-Bar. Nur weil man eine Gitarre in der Hand halten kann muss man nicht gleich auftreten. Üben, meine Herren! Ich plädiere dafür, dass in der Galerie-Bar so wie in den letzten Jahren einfach wieder gut aufgelegt wird.

Und: Die Modeshows und vor allem Strips hatten leider ein meiner Meinung derart schlechtes Niveau, dass es schon wieder lustig war. Das nicht falsch verstehen: Wir haben uns gut amüsiert, man muss ja nicht immer die höchsten Maßstäbe ansetzten. Wie auch immer der Maßstab im Publikum angesetzt war – es sah zumindest nach guter Stimmung aus.

Trotzdem in die Nähe grottenschlecht einzuordnen, ich korrigiere, in die Kategorie „Bizarr“: Der Mann mit der Stahl-Penis-Verlängerung. Der sich nicht zu blöd war, dass er mit der Flex brav drauf herumfuhrwerkte. Und so Funken schleuderte. Die Funken sind nicht übergesprungen. Auszeichnung für die schlechteste Performance des Jahres.

Ein bisschen danebengegangen auch ist der Strip in einem Ballon. In den man fast nicht hineingesehen hat. Die Musik dazu: „99 Luftballons“. Diese Songauswahl bei einem Strip zeugt nicht unbedingt von Fingerspitzengefühl. Sollte doch etwas Verruchtes aus den Boxen klingen und nicht Neue Deutsche Welle. Klingt so wie: Kein Gefühl für Erotik…

Aber genug gelästert:

Ein Hoch auf die Veranstalter, dass sie diesen Event schon 13 Jahre über die Bühne bringen. Obwohl: Ein bissl gespart ist bei den Bühnen in den Kellerräumen worden. Die hats diesmal nicht gegeben. Oder waren die einfach zu gut versteckt?

Heuer leider auch beobachtet: So um 3 in der Früh wars schon aus mit Drängerei, Leute sind heuer früher heim wies ausschaut.

Aber: Lustig wars wieder. Getanzt und geschmust haben wir um die Wette. Und gesoffen sowieso. Nächstes Jahr wieder!

Aber überzeugen sie sich selbst. Hier gibts Bilder. Viele Bilder. Von meinen Mädels, den Ballbesuchern, den Wahnsinnigen, den Gestylten, den Erotik-Shows!

NEUE BILDER VON VIRGOSYSTEM EINGETROFFEN!!! RUNTERSCROLLEN!!

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LUST AUF MEHR

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Lack- und Leder Ball Tickets

Weils so viele Anfragen gibt für den Kultball am Land (hier gibts Bilder vom vorigen Jahr) und soviele Menschen noch Tickets bekommen wollen: Hier gibts eine Ticket-Börse für den Lack- und Leder-Ball in Leiben am 31. Jänner:

www.virgosystem.cc

Ich persönlich hab dort grad drei Karten erstanden.

Viel Glück!

Und wer ganz aufs Glück setzt:

Hier kann man drei mal zwei Karten gewinnen:

www.mostropolis.at

Und wer Karten ersteigern will, natürlich auf ebay.

Man sieht sich am Ball. Scharf in Lack und Leder!

Sportlerball

Der Sportlerball in Loosdorf. Scheinbar ein Highlight der Ballsaison. Ich persönlich bin ja nicht so der Ballgeher, und schon gar nicht am Land, aber mein Schwesterherz, ihren Herrn C. und die Prinzessin hab ich hingeschickt. Und damits was zum Herzeigen haben, präsentiere ich hiermit die Roben der Lieben.