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Stadtspaziergang: Vom Polizeistaat-Graffiti bis zum Stadtfahrzeug

Wenn man die Augen offen hat beim Spaziergang durch die Stadt, fallen die Kleinigkeiten auf, die durch die Wiener Stadtbild-beeinflussend sind. Graffitis auf öffentlichem Inventar mit eindeutigen Verweisen darauf, was den Wiener stört beispielsweise. Oder Straßen, die durch versetze Schilder scheinbar zugewachsen sind. Und verspielte Stadtfahrzeuge – natürlich mit Verbotsschild drauf. Denn ein Wiener lebt erst durch Verbote auf. Das kennt er seit Metternich. Und auch wenn darüber gesudert wird: Ohne Verbote wär der Wiener kein Wiener. Und auch wenn über die „Kiwarei“ geschimpft wird: Im Zweifelsfall werden „die da oben“ schon recht haben. Und wenn nicht: „Da kann man eh nix machen.“ Die tiefschwarze, obrigkeitshörige Wiener Seele.

Im Fuchsbau

365 – The Fox House – das ist das neue Pop-Up-Kultur-Haus in Wien. Was das heißt? Ausstellungen, Kunst, Fotografie, Design, Klamotten (komisches Wort) in einem Haus, das Ende des Jahres abgebrochen werden soll. Das ganze hat also ein Ablaufdatum. Was schlecht ist für Wien, denn eine solche Institution hat es hier bislang noch nicht gegeben – und das alles finanziert aus privaten Mitteln.

Zur Eröffnung war dann nicht nur das gesamte Haus voll, sondern die jungen Bobos, Kunstinteressierte, Partytiger und Schaulustige verteilten sich erst über die Gehsteige vor dem Fuchsbau und zu späterer Stunde wurde dann die gesamte Straße gesperrt – ein Straßenfest zum meteorologischen Frühlingsbeginn, ein kleines bisschen Berliner Flair im muffigen Wien. Leider durfte der Hof des Hauses nicht geöffnet werden – ich hoffe nur vorerst. Die Veranstalter hätten sich den ganzen Polizeieinsatz erspart („Ich muss Sie darauf hinweisen, dass wir sie anzeigen, wenn sie die Straße nicht sofort verlassen“). Seien wir gespannt, welche Aktionen noch vom Fuchsbau ausgehen werden.