Schlagwort-Archive: Resetarits

„Trost & Rat“: Das Ende nach 200 Folgen

200 mal hat Willi Resetarits auf Radio Wien Trost und Rat gespendet. Und nun ist diese Sendung, die im „profil“ seinerzeit als Nachfolgesendung zu Heinz Conrads ausgerufen wurde, eingestellt.  Ein Abschied mit einer großen Gala in der Tschauner-Bühne. Mit dem Stubnblues, Witzkunde vom Herrn Geheimrat, Ernst Molden und den Foischn Wienern. Viel hat Resetarits getan für die Weiterverbreitung des Wiener Schmähs, für das Kennenlernen von Wiener Mundartkultur, für das Entdecken von Wiener Musikern. Er hat uns wirklich oft Trost und Rat gespendet. Nun aber: Resetarits scheidet in Unfrieden. Holen wir doch seine Sendung zurück, belehren wir die Format-Radio-Macher eines Besseren. Unterschreibt die Petition: http://petitionen.com/p/trost-und-rat-auf-radio-wien Damit der Schokoladenwind wieder weht.

Legenden am Karlsplatz: „Es gibt kan Gott“, nur Göttinnen

Die Ernst Molden Allstar Band präsentierte beim Popfest Wien Legenden: Maria Bill, Willi Resetarits, Peter Henisch, Sigi Maron, Robert Räudig.

Den Song zum Sonntag spielte dabei Sigi Maron: „Es gibt kan Gott“. Räudig von „Chuzpe“ ließ Wiener New Wave aufleben und schickte sich an Marons Analyse zu widerlegen: Göttinnen würde es sehr wohl geben. Peter Henisch durfte das Wort „Tschuschen“ in den Mund nehmen – und alle verstanden den Zusammenhang und Kontext. Ganz groß: Maria Bill und Willi Resetarits im Duett bei „I mecht so gern landen„. Herr Resetarits hat sogar eine Nummer aus seiner Ostbahn-Zeit angestimmt, die für viele eine Hymne ist: „A Schritt vire, zwa Schritt zruck.“ Vielleicht sollt er sich seine Kotletten aber wieder abrasieren, er muss ja Ende August beim Ostbahn XI-Gedächtniskonzert wieder aussehen wie ein junger Rockstar.

Einziges Fragezeichen beim Auftritt der Legenden: Was machte denn Nino aus Wien auf der Bühne – und mit welchen Sachen war er bitte zugedröhnt? Einfach ein Muttertagsräuschchen.

Den meisten Applaus gab es aber, als alle Legenden gemeinsam den alten Danzer-Hodern „Ruaf mi ned an“ anstimmten. Gänsehaut. Auch einer der ganz Großen.

Ich schließe trotzdem mit Zeilen von Maria Bill:

„Vorhin no hob i des net g´spiat
hob glaubt i könnt die Welt glei griagn
jetzt spukt do irgendwas großes um mi
und i bin mitten drin a winzige Fliagn“

Flüchte, wer kann!

16. Flüchtlingsball im Wiener Rathaus: Neben viel Musik aus dem World-Music-Bereich – von afrikanischen Beats über jugoslawische Rockmusik (ja, auf Extraplatte wird die Musik von Ljubinka Jokiæ & Yok wirklich mit diesen Worten angepriesen) – gab es auch eine Vielzahl an politischen Statements. Willi Resetarits, Galionsfigur des Integrationshauses, stellte fest: „Die Veranstaltung ist ein Ausweis für das andere Österreich, das nicht bei der Kriminalisierung aller Asylwerber mitmacht, die seit Jahrzehnten betrieben wird.“ Und als Motto des Ballabends gab er folgende Losung aus: „Raus mit den Asylagendn und den Integrationsagenden aus dem Innenministerium!“

Ob Innenministerin Maria Fekter auch nur darüber nachdenkt, darf bezweifelt werden. Auf jeden Fall ist die Stimmung in Österreich nach der Debatte über ein Asylzentrum in Eberau ziemlich aufgeheizt. Und die Asylwerber sind wieder zum Spielball im Wahlkampf – dieses mal im burgenländischen – geworden. Auf Bierzeltniveau lässt sich halt nicht gut diskutieren. Die eiserne Lady Fekter, die sich gar nicht von „rehbraunen Augen“ der Arigona überzeugen lassen will, hat da einiges an Feuer in den Wahlkampf gegossen. Die SPÖ ist leider in einer Manier auf den Wahlkampfzug aufgesprungen, bei der man meinen könnte, im Hintergrund zieht Strache die Fäden bei der SPÖ.

Nichtsdestotrotz haben sich beim Flüchtlingsball die beiden Stadträtinnen Frauenberger und Wehsely für die Politik der SPÖ stark gemacht – sie meinten unisono dass die Integration in Wien klaglos funktioniert. Ganz unterschreiben kann man diese Aussagen wohl nicht, auch in Wien ist nicht alles eitel Wonnen. Aber auch hier hat der Wahlkampf bereits begonnen.

Neben dem Politischen ist der Flüchtlingsball aber Jahr für Jahr ein ganz großes Ereignis. Da kommt man gerne wieder, legt ein Tänzchen aufs Parkett und trinkt einige Gläser, vor allem weil man die politischen Aussagen von Herrn Resetarits ungschaut unterschreiben kann.

>>Hier gibts alle Bilder vom Ball