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Haben Sie Rom schon bei Nacht gesehen?

Haben sie Rom schon bei Nacht gesehen, haben sie das schon erlebt. Man sieht zwar nicht wie die Bäume blühen. welche besonders beliebt. Hoffen sie nicht auf den Trevi-Klang oder auf Herzchen aus Gold, man hat sich davon schon Gott sei Dank einiger Maßen erholt. Unter Tags ist sie schön für die vielen wie man weiß, in der Nacht ist sie heiß und zerschmilzt jedes Eis.

Gut sie waren in Übersee in New York und L.A. – in Rio De Janerio wurden sie auch nicht froh. Sie kennen Tel Aviv besonders intensiv, träumen von Paris, von Moskau träumt man
ohnedies. Doch haben sie Rom schon bei Nacht erlebt, haben sie das schon gesehn, man sieht zwar nicht ob die Bäume blühen, achten sie nicht auf die Engelsburg, soetwas
lenkt sie nur ab, wie es sich oft schon bewiesen hat, wird die Zeit viel zu knapp. Diese Stadt ist ein Schrei, sie ist high und modern, alle leben von Luft, alle haben sie gern.

Frei nach Reinhard Fendrich

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Neptun und die hämischen Fische

Die Stadt Rom verzaubert und plätschert an allen Ecken und Plätzen – mithilfe ihrer Brunnen. Auf jedem Platz tröpfelt und fließt das Wasser aus Stein-Fischen, Löwen und wunderlichen Skulpturen. Sehr auffällig: Bei fast jedem Brunnen sind Fische dargestellt, die teilweise auch selbst Wasser speien – und all diese Gestalten der Meere sind in einer überzeichneten Bosheit dargestellt, mit verzerrten Mündern, die ein hämisches Lachen suggerieren.

Über allen Figuren thront meistens Neptun, der römische Gott des Wassers. Auch beim Trevi-Brunnen, dem populärsten und mit 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite der größte Brunnen Roms – so nebenbei einer der bekanntesten Brunnen der Welt. So lauschig wie in alten Filmen ist es am Platz davor jedoch nicht: Zu jeder Tages- und Nachtzeit tummeln sich tausende Touristen auf dem Platz – mit Fotoapparat, Handy und iPad in der Hand, immer im Anschlag, um jeden Moment vor dem Brunnen festzuhalten. Tausende Fotos entstehen hier jeden Moment – und doch vergessen die Touristen auf den ganz genau richtigen Moment – jenen in dem man innehält, die Kamera einpackt und sich das Kunstwerk dieses Brunnens ansieht, sich zurücklehnt und den Moment nur mehr in Gedanken festhält, ganz ohne Jagd auf das künstliche Festhalten dieses Moments.

Montmartre – Auf den Spuren von Amelie

Bisher hatt ich es ja nur aus einer Schlüssel-Filszene aus dem wunderaberen Film „Die fabelhafte Welt der Amelie“ gekannt. Und plötzlich stand ich selbst dort. Umringt von deutschen Touristen in Montmartre. Alle zielstrebig zur Kathedrale Sacré-Cœur.

Und alle, alle auf den Spuren der Amelie – und es schaut dort wirklich genauso aus wie im Film…

Das ehemalige Künstlerviertel ist leider ein Eck zu über-touristisch erschlossen. Aber die Maler sitzen noch immer auf ihrem Platzl und malen jetzt halt die Touristen anstatt den Intellektuellen.

Ein großes Plus für die ein bissl in den engen Gassen abgelegenen Cafes. Und ein großes Plus an die Küche und die wunderbaren Crepes.