Sexismus

Na Mädels, Lust auf eine Spritztour?

Das Bundesheer bringt allen was. So ungefähr wollten listige oder lustige Marketing-Experten den Dienst an der Waffe schmackhaft machen. Und weils Spaß macht gleich mit einem lustigen Werbespot und einem Schuss Sexismus.

Die Story des Spots ist einfach gestrickt und dürfte bei der Zielgruppe gar nicht so schlecht ankommen: Ein Edel-Prolet wird bei seinem Sportwagen von hübschen Mädels umringt und fragt: „Na Mädels, Lust auf eine Spritztour, ha?“ Mit martialischer Musikuntermalung taucht aber in diesem Moment – wie das Leben so spielt – ein Panzer aus dem Dickicht auf. Mit ach so feschen Bundesheerlern. Und die Mädels sind so derartig hingerissen, dass sie dem Panzer wie kleine Kinder nachlaufen.  Was lernt man daraus: Komm zum Bundesheer, da kann man Panzer fahren und die geilsten Schnitten damit aufreissen. Wird bei unseren Proleten ja gut ankommen.

Ungeniert hat unser aller Heer damit einen Spot aus der Ukraine einfach kopiert – wobei im ukrainischen Spot die Mädels noch um einiges fescher sind – soviel Sexismus sei mir verziehen.

Blöd für das Heer, dass die Süddeutsche Zeitung auf den Spot aufmerksam geworden ist – und bitterböse darüber berichtet: „Die Nackte Kanone – Made in Austria„. Das Bundesheer hat reagiert und den Spot von der Homepage entfernt – und er soll jetzt auch nicht im Fernsehen geschaltet werden. Immerhin: Bisher ist Österreich – zumindest was die Medien betrifft – mit Albanien verglichen worden.  Ab sofort vergleichen wir uns mit der Ukraine. Ein Fortschritt.

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