Schlagwort-Archive: Tanzen

Roboter als Mojito-Mixer

Cocktails selber mixen? Sicher nicht auf der Roboexotica im Wiener Ragnarhof – dem Festival für Cocktailroboter. Dort hat eine Riesen-Maschine, betrieben über eine schwere Kette, Mojitos gemixt. Gleich daneben spielten jeweils zwei Nerds mit Drähten auf dem Kopf „Vier gewinnt“ auf einer riesengroßen Wand. Natürlich gings um Cocktails. Nicht weit entfernt spielte man sich per Doppel-Flipper die Drinks aus. Auch Crepes – mit Alkoholfüllung – wurden von einem Roboter hergestellt. Und mittendrin: Der Lovebot 4000 – der äußerst freundliche Roboter erkennt, wenn sich ein Paar vor ihm küsst – und belohnt sie mit zwei Shots. Funktioniert hervorragend, wurde von uns getestet.

Monochrom ließ inzwischen Menschen ausgelassen auf einer Tanzfläche herumhopsen, die mit Kontakten versehen waren – die Dancingularity. (UPDATE: gehostet wurde das Gehopse von Johannes Grenzfurthner, Erklärung dazu im ersten Posting) Die damit verbundenen Kästchen, die an die Wand projiziert wurden, sahen zwar äußerst innovativ aus. Wie die Tanzenden das ganze beeinflussten, das blieb uns allerdings vollkommen verborgen. Vielleicht hätte die kleine Drohne, die herumflog, Licht ins Dunkel bringen. Aber sie blinkte einfach nur vor sich hin.

Und dann gabs auch noch einen Roboter, der statt einem Kopf einen 80er-Jahre-Computerbildschirm trug und nach jedem Einwerfen von Münzen ganz aufgeregt hüpfte – um dann sogleich einzuschenken. Wären wir Spielverderber, hätten wir vermutet, dass unter diesem Bildschirm ein Mensch steckte. Sind wir aber nicht.

DSCN8615DSCN8615 DSCN8633 DSCN8625 DSCN8622 DSCN8620 DSCN8612 DSCN8611 DSCN8619 robo12

Kraft frei! Die starken Männer am Gewichtheberball

Nicht mehr wegzudenken aus dem Wiener Ballkalender ist der legendäre Gewichtheberball – im Volksmund Stemmerball – im Schutzhaus Zukunft. Dieser Ball hat vieles zu bieten: Gestartet wird mit einem Gewichtheberbewerb, veranstaltet von der Wettkampfgemeinschaft Argos/Hermann. Starke Männer, die bis zu 160 Kilo in die Höhe stemmten. Fragen wir kurz bei Wikipedia nach, wie das Gewichtheben eigentlich funktioniert:

Das Gewichtheben ist eine schwerathletische Sportart, bei der eine Langhantel durch Reißen oder Stoßen zur Hochstrecke gebracht wird. Neben der Technik sind beim Gewichtheben insbesondere Schnelligkeit, Kraft, Koordination und Beweglichkeit für den Erfolg maßgeblich.

Kräftig haben die (meisten) Athleten im Schutzhaus gewirkt – die Koordination und Beweglichkeit wurde allerdings im Laufe des Ballabends ordentlich auf die Probe gestellt. Die Band spielte sich quer durch den Gemüsegarten – und man muss jetzt ein dreifaches „Kraft frei“ für unseren Ballkoordinator anstimmen: Durch seine charmanten Anfeuerungen im Stil eines Heiratsmannes ist ordentlich Stimmung in die Bude gekommen. Da konnte sich keiner mehr an der Schnapsbar festhalten – hoch mit den Händen, Hände auf die Schultern, Polonaise (das sind diese schönen Tanzschlangen) durch den ganzen Saal getanzt.

Höhepunkt des Abends ist traditionell die um halb elf beginnende Mitternachtseinlage: Die Gewichtheber-Playbackshow, laut bejubelt, mit Polonaisen und Platz- bzw. Bühnensturm von uns begleitet. Die Stemmer haben verkleidet alles gegeben und mimten unter anderem Elvis, Falco und eine sonderbare Volksmusikband, von der mir der Name nicht und nicht einfallen will.

Einziger Wermutstropfen: Der Ballende ist viel zu früh angesetzt, wir hätten noch bis in die Morgenstunden weitertanzen können. Und einen Tadel noch an das Schutzhaus gerichtet: Wenn schon eine Schnapsbar, dann muss es unbedingt ein Gin Tonic  geben. Mit Gurke. Also für nächstes Jahr vormerken.

Wir sehn uns beim Gewichtheberball 2013. Oder beim Postlerball Ende Februar. Kraft frei!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Freeparade: „Wer sich nicht bewegt, bewegt nichts“

Zum bereits vierten mal fand die Freeparade in Wien statt. Trucks mit DJs und lauter elektronischer Tanzmusik zogen vom Westbahnhof über die Mariahilfer Straße bis zum Resselplatz. Trotz wummernden Bässen und tanzenden Jugendlichen soll bei dieser Veranstaltung auf konkrete politische Anliegen aufmerksam gemacht werden: Der sogenannte „Mafia-Paragraf“ §278 wird scharf angegriffen  – alle Verfahren die unter diesen Paragrafen fallen, sollen beendet werden. Darüber hinaus wird gegen den Kapitalismus, gegen Sexismus, gegen Überwachung und für Solidarität demonstriert.

Ein Augenschein in der Mariahilfer Straße hat gezeigt, dass die einkaufenden Massen das Geschehen heute doch neugierig beäugt haben – es fielen jedenfalls keine bösen Worte. Inwieweit die Veranstalter damit mehr Verständnis für ihre Anliegen erreicht haben, bleibt aber abzuwarten.

In Österreich sind Demonstrationen ja meist unbeliebt, die Demo-Kultur ist so gut wie gar nicht ausgeprägt. Das bürgerliche Duckmäuser-Tum hat Vorrang. Und das Vertrauen in die Obrigkeit ist viel zu hoch ausgeprägt, es wird viel zu wenig hinterfragt.

Gut, dass sich noch viele finden, die auch nach Österreich eine Demonstrations-Kultur bringen wollen. Die Gewerkschaften sind dazu ja wohl nicht fähig – außer am ersten Mai. Aber das ist eine andere Geschichte.

>>Hier gibts alle Bilder