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Wahlplakate beschmiert: Hakenkreuze auf FP-Plakaten

Angschmiert, verschönert oder eine Sachbeschädigung? In den Tagen vor der Wahl sind immer wieder Künstler unterwegs, die sich um die Wahlplakate kümmern. Da werden dann Hitlerbärtchen aufgemalt, Hakenkreuze gezeichnet, überklebt und auch ganze Slogans ins Lächerliche gezogen.

Graffiti auf Plakaten. Bleibt die Frage: Handelt es sich um Kunst? Und die zweite Frage: Warum sind die meisten Graffitis auf FPÖ-Plakaten zu sehen? Zücken „Linke“ eher ihrer Edding? Oder handelt es sich gar um Auftragsarbeiten, um dann Entrüstung vorzutäuschen?

>>Hier gibts noch viel mehr Bilder von „verschönerten“ Plakaten

Ein Ziegelstein geht um die Welt

Was ist der Unterschied zwischen Heinz-Christian Strache und einem Ziegelstein? Strache hat knapp 19.000 Fans, der „seelenlose Ziegelstein“ hingegen über 64.000. Diese Zahlen kann man auf Facebook ablesen. Natürlich muss man an dieser Stelle diese Zahlen aber auch interpretieren: Strache steht auf den Stimmzetteln von nicht wenigen politischen Wahlen in Österreich. Der Ziegelstein nicht. Höchstwahrscheinlich würden die geneigten Wähler und Wählerinnen auch nicht einen Ziegelstein auf dem Wahlzettel ankreuzen – was eigentlich für den Wähler sprechen müsste – oder doch nicht?

Der Ziegelstein hat auch eine Gegenbewegung hervorgerufen: Der Gegenschlag steht unter dem Motto „Stop der linken Hetze gegen Andersdenkende: Kann diese Blume mehr Freunde haben als ‚die Grünen‘ und ‚SPÖ‘ zusammen?“ Allerdings zählte diese Gruppe vergleichsweise wenig Fans: Knapp unter 500 Facebooker waren bei der Verfassung dieses Beitrages Mitglied der Gruppe.

Wie ist der „Hype“ um die Ziegelstein-Fanpage auf Facebook zu erklären? Auf den ersten Blick scheint sich immer mehr zu bestätigen, dass sich politisch linksdenkende auf Facebook stärker zu politischen Fanseiten bekennen als bürgerliche oder rechtsdenkende User. Diese Erklärung korrespondiert auch mit Ergebnissen vieler Meinungsforschungsinstitute für die sogenannte „Sonntagsfrage“.

Sehr gut lässt sich hier die Mobilisierungskraft erkennen, die hier von einem (zumindest wird es so dargestellt) anonymen User unternommen wird und bei der darauf hingewiesen wird, dass Agitation und Beleidigungen nicht erwünscht sind. Kanz klar und in Großbuchstaben ist vermerkt: „DIESE SEITE DIENT DER UNTERHALTUNG UND SIEHT SICH ALS SATIRE!!!“ Politik als Unterhaltung, als Unterfutter für Satire. Nur nicht anstreifen an tiefgreifenden Diskussionen und Auseinandersetzung damit. Heinz-Christian Strache stellt eine Figur in der österreichischen Politik dar, die wie geschaffen ist für solch eine (nicht gewollte) Agitation. Wie schön hier die Parallelen zu erkennen sind: Diskussionsverweigerung, Zurückweisung von Agitation. Ein Versuch, den Agitator mit den eigenen Waffen zu schlagen?

Wo bleibt jetzt die Reaktion von Strache? Muss er überhaupt darauf reagieren? Die Antwort lautet Nein. In seiner Wählergruppe wird ihm der Ziegelstein wohl kaum schaden, im Gegenteil könnte es eher noch den Zusammenhalt stärken. Die Strache-Fans gründen keine Facebook-Strache-Pro-Gruppen. Sie agitieren auf anderen Feldern. Auf Fußballfeldern. In Bierzelten. Aber auch bei allen Menschen, die Angst haben. Wovor auch immer. Aber auch das ist wohl zu kurz gegriffen.

Fazit: Der Ziegelstein ist ein Phänomen der sozialen Netzwerke. Aber kein Politisches. Denn fragen wir mal so: Wer von den Ziegelstein-Fans geht denn wirklich zur Wahl? Und jetzt ganz ehrlich: Wer von euch Ziegelstein-Fans wählt bei der nächsten Wahl Strache?

Moslemhand in Christenhand!

Plakate stehen derzeit überall herum, weil am 6. Juni die EU-Wahl ist. Und einige „Künstler“ haben diese Plakate wie vor jedem Wahlkampf wieder etwas umgestaltet, beschmiert, überklebt. Ganz besonders gelungen sind dabei die Slogan-Erweiterungen der FPÖ-Plakate. „Abendland in Schlumpfverstand“ hat doch was. Und ist viel origineller als das Original!

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>>Hier gibts noch mehr Plakat-Graffiti

C-Promis im A-Team

A-Team hieß eine TV-Serie in den 80er-Jahren, an die ich mich fast nimmer erinnern kann. Ich nehm an, dass ich mich in einiger Zeit auch (hoffentlich) nicht mehr an die Plakate zur Europawahl der SPÖ erinnern kann. Hier wird groß plakatiert: „Das A-Team für Europa“. Aha. Kennen tut man grad noch den Herrn Swoboda in Frontposition. Die anderen, die hinter ihm aufgefädelt sind wie in einer Werbung für Billig-TV-Serien, habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen und ich nehme an, auch andere Rezipienten werden sich fragen, wer denn da von diesen Plakaten grinst. Oder werden sich gar nicht fragen, weil sie sich schon totgelacht haben über dieses Plakat.

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Auf der anderen Seite: Vielleicht will die SPÖ jetzt ja auch einfach Ironie und Witz beweisen. Dass jetzt nur das C-Team antritt, weil keiner nach Brüssel will, ist ja so hervorragend parodiert.

Oder aber: Es läuft eine Verschwörung gegen die Roten. Die gefinkelten Schwarzen haben einfach über Nacht SPÖ-Schmäh-Plakate gedruckt und diese avisiert. Aber die habens ja auch nicht leicht mit ihrem „Fast-Quer-Einsteiger“ Ernst Strasser (jetzt wollt ich schon schreiben Grasser) und dem trotzdem um Vorzugsstimmen kämpfenden ausgebremsten Karas.

Na das wird ja noch ein wahrlich fader Wahlkampf werden.

Aja. Wem das Lachen noch immer nicht im Hals stecken geblieben ist, HIER gibts noch mehr Plakate. Und: Ja, die sind echt!