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Österreich-Ungarn: Die Tschik-Connection

„Keine Kleinigkeit“ – seit dem Frühjahr wirbt die Stadt Wien mit Plakaten gegen zuviel Abfall in der Stadt, unter anderem mit einem riesigen Tschick-Stummel auf einem Plakat. Was wir bisher nicht wussten: Auch in Sopron gibt es dieselbe Kampagne. Soproner Tschik-Sünder zahlen 5000 Forint Strafe – also umgerechnet 18 Euro. Interessanter Ansatz: Hier wird auf die doppelt so teure Strafe in Österreich verwiesen. So eine österreichische Tschik lässt sich ja auch viel schlechter entfernen.  Denn das wurde ja auch bei den Abbildungen berücksichtigt: Wiener Zigaretten werden scheinbar eher „ums Eck“ ausgedrückt, Ödenburger Tschiks geradeaus.  Eine Wiener ausgetretene Tschik ist also wie ein Wiederhaken und schlechter zu entfernen? Wird wohl so sein. Wieder was gelernt.

Wenn man Hitler überfährt

Was haben Adolf Hitler, Josef Stalin und Saddam Hussein gemeinsam? Wahrscheinlich einiges diktatorisch Böse – und alle drei sind jetzt Darsteller bei einer Kampagne in Rumänien, mit der auf Gefahren im Straßenverkehr hingewiesen werden soll. Der Slogan: „Well, it’s not like that. Usually, the Victim is an Innocent.“

Die rumänische Hilfsorganisation CCVR (Beratungszentrum für Opfer des Straßenverkehrs) zeigt viel schwarzen Humor – aber überschreitet die Grenze zur Geschichte Rumäniens nicht: Der Diktator Nicolae Ceausescu fehlt in der Kampgagne. Die von Publicis Bukarest entwickelte Printkampagne erzeugt aber auf jeden Fall Aufmerksamkeit für ein Thema, das sonst schnell ignoriert wird. Schöne neue Medienwelt.

Kannst du diesen Nasen widerstehen?

Freecards sind seit langem ein Instrument des Guerilla-Marketings.  Äußerst beliebt, weil sie billig produziert werden können und eine junge Klientel ansprechen. Zitieren wir dazu kurz Wikipedia:

Guerilla-Vermarktung bezeichnet die Wahl ungewöhnlicher Aktionen im sogenannten Marketing, die mit untypisch geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung erzielen sollen.

Diesmal wurden wir fündig bei Werbung für Taschentücher. Mit dem Spruch „Kannst du dieser Nase widerstehen“ versehene Karten mit einer Öffnung für die Nase. Bei uns haben die Karten zwar nicht den Schnupfen weggezaubert, aber die Nase haben wir frech hineingesteckt. Werbung mit Spaßfaktor, Werbung mit Kultfaktor. Bleibt nur abzuwarten, ob sich die Freecard-Freunde die Taschentuch-Marke merken. Soll ja schon öfters passiert sein, dass die freche Form einer Werbeform zwar im Kopf bleibt, aber nicht, für welche Marke geworben wird. Wir bleiben dran und beobachten die Tempo-Aktien.

Für den echten Guerilla-Kämpfer im Zeichen des Marketing gibt es unzählige Handbücher und Blogs, hier mal nur ein kurzer Anriss, welche Methoden als zielführend erachtet werden.

In der Guerilla-Vermarktung gibt es zahlreiche unkonventionelle Marketing-Taktiken, so dass die folgenden Beispiele nur eine kleine Auswahl darstellen:

  • Mundpropaganda
  • den Konsumenten bei seiner täglichen Tätigkeit erreichen, z. B. durch E-Mails
  • Sticker- und Plakat-Kampagnen mittels statisch aufgeladener und daher selbst haftender Folien
  • „Stirn/Headvertise“-Kampagnen
  • Bluejacking: Senden einer persönlichen Nachricht via Bluetooth
  • Fahrzeugwerbung
  • T-Shirts
  • Werbung auf dem Kassenbon
  • Streetbranding: Einbringen von negativen Schablonenbildern in verschmutzte Straßen oder Wände

Ursprünglich hatten kleinere und mittlere Unternehmen Guerilla-Marketing genutzt; heutzutage greifen auch Großunternehmen im Rahmen von Werbekampagnen darauf zurück.