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Sharp Dressed Man

Gimme all your Lovin‘, Sharped Dressed Man, Legs. In the Army now, Whatever You Want, Rockin‘ All Over the World. Texanische Wüsten-Rocker versus englische Rock-Gentlemen. ZZ Top vs. Status Quo. Wiesen. Lovely Days. Perfekte Choreographie. Lange Bärte. Partystimmung. Und teures Bier. Bleibt nur die Frage: Wieso wird das Lovely Days noch immer in der Mehrzahl geschrieben, obwohl das Festival seit langem nurmehr an einem Tag stattfindet? Und eigentlich noch eine zweite Frage: Wie viele Leute kann man noch auf das Gelände in Wiesen schlichten? – das Gedränge war schon fast beängstigend.

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98 Percent Funky Stuff

„Two Percent Jazz and 98 Percent Funky Stuff!“ – so war es (leider) nicht ganz bei den Nova Jazz & Blues Nights. Allerdings: Funk vom feinsten wurde geboten getreu dem Motto von Maceo Parker. Das ehemalige Bandmitglied von James Brown sorgte mit seinem Altsaxofon und seiner Funk-Truppe auch für den Höhepunkt des Festivals in Wiesen.

Aber auch George Benson sorgte für Gänsehaut – mit seinen Radio-Wien-Hits wie „On Broadway“, das gehört ja zum Klassiker-Repertoire. Auch angestimmt hat er „Nothing gonna change my love for you“, ein Klassiker – wobei nur die wenigsten wissen dass dieser Hit aus der Feder von Benson stammt. Nicht zu vergessen: Er ist ein begnadeter Blues-Gittarist. Sehr fein.

Erstmals seit meinem Kuba-Aufenthalt vor einigen Jahren habe ich auch wieder kubanischen Son zu hören bekommen – ich bin seither kubanischer Musik aus dem Weg gegangen nach dreiwöchiger Guantanamera-Dauerberieselung dort – und natürlich – auch der Buona Vista Social Club hat diesen Hadern im Zugabenblock angeboten. Aber sagens wir mal so: Ich bin versöhnt mit dem kubanischen Son. Sehr beeindruckend beim Auftritt im Burgenland war der Auftritt der 81jährgigen Omara Portuondo aus der Original-Besetzung. Da Wiesen aber nicht Havanna ist, war die Außentemperatur nicht ganz authentisch. Und auch der Mojito schmekckt mit frischen Früchten einfach besser. Oh, kommt da ein bisschen Fernweh auf?

Der erste Tag des Festivals war übrigens vom Gasometer – verlegt von der Wiener Arena in diese No-Go-Veranstaltungshalle. Ein Festival in der Halle mit dem Plattenbau-Charme von Bukarest der 70er-Jahre – wem ist bitte das eingefallen? Musikalisch gab es aber doch kleine Lichtblicke: Die nigerianische Sängerin Nneka mit ihrer eindringlichen Stimme. Zwar weit weg von Funk, aber ganz nah bei Dub, Soul, Reggea und Afrobeat. Und die Headliner des ersten Abends, Jestofunk. Sie wissen schon wie es funktioinert – stampfende Funk-Basslines und ein röhrender Ce Ce Rogers. Alles schon oft gesehen, dem Publikum gefällts aber immer wieder. Obwohl es diesmal so laut war, dass Tinitus für viele wohl vorprogrammiert ist.

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Wiesen groovt

Jamiroquai, Gotan Project, Gil Scott Heron, Incognito beim Nova Jazz & Blues Night in Wiesen. Groovt. Funkt. Und: Interessantes Publikum. Mehr das zahlungskräftige, weil Vip-Bereich ausverkauft. Und mehr das ein bisserl ältere. Groovt. Funkt.

Remmidemmi mit Deichkind in Wiesen

Stagediving mit dem Schlauchboot? Richtig geraten – Deichkind sind auf der Bühne gestanden. Gestanden in dem Sinn aber am wenigsten. Die Nordisch-by-Nature-Burschen hatten beim Urban Art Forms in Wiesen eine richtige Gaukler-Hip-Hop-Show vorbereitet. Mit Neon-Kostümen, Hüpfvorrichtungen aller Art und dem Tod. Aber nur als Maske.

„Arbeit nervt“ wurde aus Tausenden Kehlen mitgegrölt und bei „Remmidemmi“ wackelte das Zelt in Wiesen. Hervorragend. Die Hüpfburg zum Stagediven brach aber doch bald in sich zusammen. Die Stimmung dagegen nicht.

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Bilder: (c) Philipp Splechtna

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Kraftwerk beim Urban Art Forms

Regen in Wiesen. Bei einem Festival nichts Neues. Diesmal wird das Urban Art Forms von Starkregen heimgesucht – und man ist froh, dass man nicht unter den Campierenden ist. Neben Erdbeerwein heuer am ersten Tag auf der Bühne: Die legendären Elektro-Pioniere von Kraftwerk. Wer kennt nicht „Das Model“ oder „Wir sind die Roboter“. Allerdings: Diese Rückschau auf die Pionierzeit der elektronischen Musik lässt einen doch schalen Eindruck zurück. Außer beim „Roboter“-Song mit den typischen Kraftwerk-Roboter-Modellen an den vier DJ-Stelen war die Band – zu Beginn mit nach Star Trek anmutenden Uniformen – nicht zu einem Zucker bereit und alle vier verschanzten sich hinter ihren Elektro-Aufbauten.

Dass die Einflüsse der Band in viele Richtungen gingen, sei hier hoch angemerkt. Inmitten der weiterentwickelten elektronischen Szene hatte das ganze aber ein wenig was Verstaubtes. Wie ein Kollege meinte: „Da kann man gleich einen Gameboy an die Anlage hängen.“

>>Hier gibts alle bilder vom UrbanArtForms

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