Zentralfriedhof

Morbid, Wien, Zentralfriedhof.

Allerheiligen am Wiener Zenralfriedhof. Das morbide Wien feiert sich – und wirkt fröhlich dabei: Beim Abschreiten der Ehrengräber, beim Würstelessen vor den Haupttoren, beim geschäftigen Blumenkauf bei den Marktständen. Morbides Wien und Kaiserwetter – das passt einfach zusammen.

Allerheiligen Allerheiligen

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Allerheiligen

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Schnizzis

Eine riesige Statue vor einem kleinen Schlössl, das von Pflanzen überwachsen ist. Die verblassten Hinweisschilder erinnern an die 80er-Jahre und wirken schon etwas mitgenommen. Trotzdem erwartet uns hinter dem alten Gemäuer gegenüber dem Zentralfriedhof noch immer eine der besten Adressen für Schnitzel-Abenteurer:  Das Concordia-Schlössl.  Allein die Größe der Schnitzel ist bestechend, dargebracht auf ovalen Silbertellern. Die liebevoll „Schnizzis“ genannten Interpretationen des heimischen Klassikers reichen vom Concordia-Schnitzel über das Venezia-Schnitzel bis zum Gulasch-Schnitzel. Und das alles in einem großartigen Ambiente: Die Säulenhalle, tagsüber durchflutet vom Licht der Kuppel, abends in romantischen Kerzenschein gehüllt. Knarrender Holzboden, große Spiegel, ein Flügel und ein alter Holzofen komplettieren den Reiz des Lokals. Genauso wie der Standort gegenüber dem Zentralfriedhof und inmitten von Grab-Steinmetzen. Zumindest das letzte Schnitzel auf Erden sollte dort gegessen werden.

Schöner schwarzer Vogel

Wien, das ist Sehnen nach dem Tod. Der Zentralfriedhof liegt im Mittelpunkt der Stadt und nicht der Stephansdom. Keine andere Stadt bietet solch großartige morbide Delikatessen. Der Tod – er ist eine Frau: Martha Pfaffeneder ist der Todesengel. Und Paul Schwingenschlögl ist Gevatter Tod. Diese beiden erzählen Geschichten, von H.C. Artmann, vertonen Lieder neu von Ernst Molden, Georg Danzer und Wolfgang Ambros. Vor allem aber geben sie den dunkelgrauen Liedern von Ludwig Hirsch ein neues Gewand. „I lieg am Ruckn“ am Rücken liegend, man kann die Würmer förmlich spüren. Chansons, tief dunkelgraue, morbide Chansons wundervoll neu arrangiert mit Klavier, Trompete, Keyboard und einer zutiefst wandelbaren Stimme – von einer Frau die in Berlin wohnt. Und dorthin dieses unbändigende Sehnen nach dem Tod exportiert. Dunkelgrauer geht es nicht.