Schlagwort-Archive: Graue Kunst

Macht eine Waffel aus der Waffe!

Verschönert, mit Zitaten versehen, installiert. Kunst im öffentlichen Raum. Im kleinst-möglichen Raum auf unserem Tisch im Schikaneder. Mit den einfachsten Mitteln: Altpapier, Asche und Freecard. Alles ist Kunst, wenn aus der Ansichtssache jedes Einzelnen wieder neue Bezugspunkte und Deutungsmöglichkeiten entstehen. Oder ist es einfach Schändung des öffentlichen Eigentums? Oder – einfach Marketing? Die Waffe im Wortgefecht. Wie es die „Presse“-Kampagne behauptet. Reden wir darüber mit Manner. Um vielleicht zu einer Fusions-Kampagne zu kommen. Und um der Friedensbewegung Ehre zu erbieten – machen wir aus der Waffe eine Waffel.

(c) Eine Kooperation von Eminenz und Danie.


Die Arschbar im Museumsquartier

„BikiniBar“, „BarRektum“ und „Darwin“: Namen wie aus einer Sage. So heißen aber auch die drei Skulpturen des niederländischen Künstlerkollektivs Atelier van Lieshout. Und die sind im Rahmen des Mumok-Skulpturen-Projektes “ Outside_04″ bis 2. Mai im Wiener Museumsquartier aufgestellt.

Was mir gefällt: Die „Arschbar“ wird wirklich verwendet als Bar. Und wann bekommt man schon einen Darmausgang in dieser Größe dargestellt. Auch die Darstellung des Spermiums – mit den kleinen Männchen – ist sehr spannend. Schade, dass der Frauentorso vor dem MQ nicht begehbar ist, man darf nur bei den Fenstern reinspähen.

Auf jeden Fall: Absolut sehenswert.

>>Mehr Bilder

Der ORF diskutiert sich selbst: Haider-Feststpiele gehen weiter…

Danke an die Co-Autorin Heide

>>Originaltext

Der ORF ist ja doch noch für Skandale gut: Dirk Stermann und Christoph Grissemann hatten sich in „Willkommen Österreich“ am 23. Oktober über den Umgang mit Haiders Tod lustig gemacht. Ein Sturm der Entrüstung folgte, angeführt von BZÖ- und FPÖ-Politikern. Ein geplanter Auftritt in Klagenfurt wurde abgesagt, die beiden Kabarettisten bedroht. Der ORF reagierte erstaunlich reif und berief eine Diskussionsrunde ein.

Der designierte Kärntner BZÖ-Obmann Uwe Scheuch suchte dabei – betont im Kärntner Dialekt – nach Unterstützung für seinen Ruf nach Pietätsgrenzen. Vergeblich. Sein Hauptgegner, der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, gab sich großspurig: Wenn er all das, was ihm nicht gefalle, in Wien nicht zulassen würde, gäbe es in der Hauptstadt wenig Kultur, meinte er. Das sorgte zumindest kurzfristig für Erheiterung.

„Wenn Künstler einmal ihren Auftritt absagen, weil sie sich nicht mehr sicher genug fühlen, müssen alle Alarmglocken läuten“, erklärte Mailath-Pokorny weiter – und rannte damit genauso wie mit allen Diskussionsbeiträgen gegen die Argumentationsmauer von Uwe Scheuch: Dieser instrumentalisierte „alle Kärntner und Kärntnerinnen“ als Gesinnungsgemeinschaft, die sich durch die Satire verletzt gefühlt habe. Und er setzte wie auch oft in der politischen Diskussion das BZÖ gleich mit allen Kärntnern.

Der ORF diskutiert sich selbst: Haider-Feststpiele gehen weiter… weiterlesen

Satire über Haider: No, dürfen die das?

Nach einigen Wochen Schrecksekunde traten Stermann und Grissemann in „Willkommen Österreich“ auf die Bühne und zerrissen die Heiligenverehrung in den Medien über Jörg Haider in der Luft.

Die Reaktionen kamen erst relativ spät. Aber dafür mit voller Wucht. Seit Stermann und Bühnenpartner Christoph Grissemann in ihrer ORF-Sendung „Willkommen Österreich“ am 23.Oktober den Haider-Hype thematisierten, sehen sich die beiden mit einer Kritikwelle konfrontiert, die sich langsam zur Hetzkampagne auswächst.

Ich persönlich habe mich bei der Sendung vor Lachen auf dem Boden gewälzt und war froh, dass man sich endlich satirisch dem Tod Haiders widmete. Aus mit Pathos. Her mit der Wirklichkeit. Und für die Freiheit der Kunst!

Mich hats ja nur gewundert, dass die Reaktionen so lang auf sich haben warten lassen. Aber um es einmal zu sagen: Mit diesem Auftritt sind Grissemann und Stermann für mich wiederauferstanden. Wie Lazarus!

Hier mal die  Sendung:

>>Und hier gibts die ganze Sendung

Und damit ich mich noch mehr in die Kärntner Nesseln setze, die besten Zitate:

Stermann (über die Studioband „Russkaja“): „Sie haben auch 1,8 Promille, aber wir wissen wenigstens, was sie in den nächsten 50 Minuten tun.“

Stermann: „Was ist los in diesem Land? Es ist der dritte Superstar, der dritte Held – nach Jochen Rindt und Falco – der im Auto verunfallt. Wo ist der ÖAMTC, wenn man ihn braucht?“

Grissemann (über Jörg Haiders Begräbnis): „Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass ein bisschen mehr Pathos dabeigewesen wäre. In guten Momenten war das schon so etwas wie Heiligenverehrung. Ich hab noch im Ohr, was die älteren Mitbürger in Kärnten gesagt haben: ‚Der Jörg ist immer noch wieder zurückgekommen‘.“

Grissemann (über angebliche Sichtungen Haiders nach dessen Tod): „Angeblich ist Haider drei slowenischen Hirtenkindern erschienen.“
Stermann: „Und?“
Grissemann: „Abgeschoben.“

Grissemann: „Jörg Haider hat angeblich auch zu einer Kärntner Jungfrau gesprochen – aus einer brennenden Ortstafel heraus.“

Stermann: „Gibt es auch schon Wunder?“
Grissemann: „Ja. Der Kärntner Wirt, bei dem Haider seine letzten Stunden verbracht hat, hat angegeben, dass Haider nur Wasser bestellt hat. Aber einige Gäste haben eine Wodka-Flasche gesehen.“
Stermann: „Das heißt ja, Haider konnte Wasser in Wodka verwandeln!“

Grissemann: „Der Klagenfurter Bürgermeister Scheucher hat beim Begräbnis gesagt: ‚Seht, welch ein Mensch!‘ – also Ecce homo. (…) Der letzte, der das gesagt hat, war Pontius Pilatus über Jörg Christus, äh, Jesus Christus.“