Wien

Im Streichelzoo in der Lobau

Frühlingserwachen in der Lobau. Die Katze mit dem schiefen Kopf von der Vienna Kids Farm streift durch den kleinen Streichelzoo und besucht Hängebauchschwein, Schafe und Ziegen. Das Tipi ist geschlossen, das passt zum etwas heruntergekommenen Eindruck, den man am ersten Blick hier hat – was aber auch wieder sympathisch entspannt wirkt. Nur wenige Leute unterwegs an diesem sonnigen Wochentag. Ein Hauch von Frühtling liegt in der Luft, die Sonne glitzert auf dem Wasser der Lobau-Lacken, die Knospen treiben immer weiter aus. Frühling in der Lobau.

Mord und Totschlag in Wien

An einem trüben verregneten Sonntag-Nachmittag hat es uns also ins Wiener Kriminalmuseum verschlagen. Das Museum ist im 2. Bezirk im alten “Seifensiederhaus”. Doch nur von außen schaut das Häuschen idyllisch aus. Die Kriminalgeschichte vom Mittelalter bis heute wird teils drastisch dargestellt. Formulieren wir es mal vorsichtig – das Museum präsenteirt seine Objekte nicht unbedingt im Sinne moderner Ausstellungstechnik: Die vielen zusammengetragenen Zeitungsausschnitte und Kopien von Kupferstichen sind mit schreibmaschinen-geschriebenen Erklärungsblättern versehen. Das genaue Studium ist also ein bisschen ermüdend. Nichts desto trotz sollte man aber auch starke Nerven haben, Wien ist scheinbar doch eine Stadt von Mord und Totschlag.

Hoch oben beim Rathausmann

Der Wiener Eistraum hat heuer eine neue Attraktion: Der City Skyliner, ein beeindruckend hoher Turm direkt neben dem Rathaus, ist der höchste mobile Aussichtsturm Europas. Mit einer drehenden Kanzel kann man sich auf über 70 Meter Höhe bringen lassen. Der Ausblick von dort oben ist fantastisch, man ist fast auf selber Höhe mit dem Rathausmann und kann schon in die Höfe des Rathauses reinblicken. Die Wiener Innenstadt wirkt wie ein pittoresekes Gemälde, der Blick auf Burgtheater, Stephansdom und Hofburg ist einzigartig. Unser Tipp für ein sonniges Wochenende!

Abschied vom bahnorama

Der bahnorama-Turm: Jahrelang hat man von ihm die Hauptbahnhof-Baustelle beobachten können. Und nicht nur guten Überblick über diejenige, sondern über die ganze Stadt sammeln können. Mit Silvester 2014 ist der letzte Tag gekommen. Die Ausstellung hat uns den neuen Bahnhof fast ein bisschen zu schmackhaft gemacht – das Ergebnis ist doch ein bisschen ernüchternd (Stichwort Architektur der Bahnhofshalle und die Überproportion des Einkaufszentrums).

Wir sagen Adieu, bahnorama-Turm! Der höchtste begehbare Holzturm Europas  – irgendwie schaut er ja aus wie ein Turm aus Matador-Bausteinen – ist also auf diesem Standort Geschichte. Er wurde aber weiterverkauft und wird an einem neuen Ort wiederaufgebaut. Wo? Das werden wir recherchieren!”

Rodel-Gaudi am Steinhof

Stadtspaziergang am Steinhof: Schlitten- und Bob-fahrende Kinder, Eiszapfen an der Otto-Wagner-Kirche, ein stillgelegter Adventmarkt beim Schloß Wilheminenberg und ein wunderschöner Überblick über die halbe Stadt. Nur die Steinhof-Rehe haben sich nicht gezeigt.

Hypotopia. Vom versenkten Geld.

Hypotopia – die Milliardenstadt. Studenten der Technischen Universität Wien haben sich damit beschäftigt, wie die Summe von 19 Milliarden Euro – die man für die Rettung der Hypo aufbringen muss – sinnvoll verbaut werden könnte. Eine ganze Stadt als Betonmodell im Maßstab 1:100 war im Brunnen vor der Karlskirche ausgestellt. Die jungen Architekten haben dabei visionäre Ideen für die Stadtplanung einfließen lassen, auf die man in der Realität leider nur in den seltensten Fällen stößt – vom Vertical Farming bis zu ganz neuen Wegen in der Mobilität.

Eine Stadt mit über 102.000 Einwohnern. Auf über 12 Quadratkilometern. Diese Stadt wird nie gebaut werden. Sie wäre auch nie geplant worden ohne das Hypo-Desaster. Sie soll nur unsere Vorstellung darüber schärfen, wieviel die Öffentlichkeit aufbringen muss für die Bankenrettung. Es ist aber noch immer unvorstellbar. Und eine Frage bleibt offen: Wo sind derzeit die Enten, die im Sommer im Brunnen vor der Karlskirche geplanscht haben?