träume

Die Hoheitsabzeichen der Sowjetunion

Ich hatte einen Traum. In die Ritterrüstung geklemmt, aufs Pferd gesetzt, das nicht von hinten aufgezäumt war. Und in Richtung Sowjetunion gezogen. Als Herzbube, zur Eroberung dieses schönen Reiches. Die Rüstung war nicht notwendig, Diplomatie und nicht Duplomatie war gefragt. Denn: Die Sowjetunion war mir wohlgesonnen. Und legte die Waffen nieder. Was passierte hier? Ein Fehltritt von mir und meinem scheuenden Pferd. Dadurch verscherzte ich es mir mit einigen Sowjet-Teilrebupliken. Und darum zog ich von Teilrepublik zu Teilrepublik, und ich ließ die habsburg’sche kaiserliche Hochzeits-Diplomatie und die figl’sche Reblaus-Diplomatie spielen. Immerhin hatte zweiteres damals die Sowjetunion so wohl gesonnen, dass dieses große Reich den österreichischen Staatsvertrag unterzeichnete. Mein Pferd aber ward fort. Die Rüstung war weg. Ich war supernackt bis auf die Unterhose. So standen wir uns gegenüber und betrachteten uns. Und ich konnte endlich mein Geschenk übergeben. Mit allen Hoheitsabzeichen. Und großer Demut.

Wie es weiterging? Das werde ich in meinem nächsten Traum erfahren.

Dieses Exponat ist im Wiener Hotel „Le Meridien“ ausgestellt.

Das goldene Zeitalter des Regenbogens.

Wien am 27. August 2010. Ein starker Regenguss am Abend sollte die Stadt verändern. Nicht eigentlich der Regen selbst. Sondern die Wetterlage schlechthin. Zumindest glaubten es die Wiener und Wienerinnen, dass es ein Wetterphänomen war. Jedenfalls riss die Wolkendecke vom Wienerwald kommend kurz vor Sonnenuntergang auf. Und die Sonne zeigte ihre volle August-Wirkung. Sie strahlte. Sie strahlte den regnenden Himmel an – und erzeugte einen Regenbogen, der sich selbst spiegelte. Der größte Regenbogen, den die Stadt jemals gesehen hatte. Und dazu erstrahlte Wien in einem goldenen Glanz, der zuletzt in Zeiten des Wiener Kongresses zu sehen war. Gemischt mit den aufleuchtenden Straßenlaternen ergab das ein Licht-Gemenge, in dem jeder Strahl im Drei-Viertel-Takt durch die Regentropfen tanzte. Und auch die typisch grantigen Mienen der Wiener wurden durch diese Aufhellung des Regenbogens in ein ganz anderes Licht gestellt.

Der Regenbogen verschwand im Schlund der schwarzen Nacht – aber er verschwand nicht aus den Köpfen, er verschwand nicht aus den Mienen, er verschwand nicht aus den sich sammelnden Regenpfützen, er verschwand nicht. Er blieb im Geiste über der Stadt und sollte die Stadt fürderhin begleiten, wie ein Vollmond, der niemals verschwindet, ein Vollmond, der sich über 24 Stunden, 7 Tage die Woche, 31 Tage des Monats und mindestens 365 Tage des Jahres breitmacht über der Stadt, die sonst nicht die goldene Stadt genannt wird, weil diese Zuschreibung schon eine andere Stadt trägt.

Und einige Bewohner dieser Stadt, die ganz im Angesicht des Regenbogens gestanden waren, ihn betrachtet hatten, mit ihm in die Höhe geschaut hatten und erst spät die Dunkelheit erblickt hatten, wurden in die Farben des Regenbogens eingebettet und konnten diesen Farben nicht mehr entrinnen. Sie schritten ab diesem Zeitpunkt mit einem anderen Blick durch alle 23 Bezirke der grauen Stadt und versuchten, alle Spektralfarben weiterzugeben, die ihnen vermittelt wurden.

Es war nicht leicht, weil die graue Stadt weitertrieb, weitertrieb in ihrem Trott, in der nur  die Untergangsstimmung  antonyme Farben zum Regenbogen hervorbrachte, weil sie von falschen Geistern auf die Verteidigung des „Wiener Bluts“ hingelenkt wurde von einem Menschen, in dessen Namen das polnische Wort für Furcht enthalten ist. Und diesem Umstand konnte sich keiner entziehen, und der sich entziehen konnte, hatte die Bedeutung des Regenbogens noch nicht ganz begriffen.

Diese wenigen Menschen in dieser Stadt, die zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht die goldene war, wurden durch die Inthronisierung des Regenbogens mitgezogen in eine andere Dimension. In eine Dimension, in der sie plötzlich alle Menschen, alle Tiere, alle Gehsteige, alle Straßen, alle Autos, alles was kreuchte, fleuchte und sich in dieser Stadt befand, in diesem goldenen Licht sahen. Unerkannt von den anderen, fast unverstanden. Sie glaubten stillzustehen inmitten des Trubels der Stadt, der sich weiterhin grau um sie legte. Und sie mussten erst lernen, andere Individuen mit dem goldenen Licht des Regenbogens bekanntzumachen. Das hieß für viele mit einer Einsamkeit umzugehen, weil die manische Dimension für viele in der Stadt auch durch den Regenbogen niemals zu erreichen ist.

Aber alle kämpften für die wenigen, die sie mitnehmen konnten in die neue Dimension, in die goldene Zeit, in der alle Sinne sich treffen und bündeln.

Dich aber habe ich ausgewählt, weil du diese Dimension mit mir teilen kannst. Und heute stehst du vor mir, erkennst dich selbst wieder, bist voller Sehnsucht und bist bereit für die neue Dimension – und darum kannst du mich umarmen. Das ist das goldene Zeitalter des Regenbogens, das niemals endet.

Ich bin traurig.

Aus gegebenem Anlass wiederaufgewärmt. Zuletzt gepostet im November:

Der Soundtrack für Tage wie diese. Da gehts einem dann zwar nicht besser, wenn man das hört, aber man kann sich noch mehr in der Scheiße suhlen. Perfekt.

„Ich bin traurig und irgendwie schon den ganzen Tag nicht gut drauf. Mir fliegt die Welt heut um die Ohren, und das Leben nimmt so seinen Lauf.“

Tanz Baby!

Alte Donau: Natur-Eislaufplatz mit Glühwein und “Apres Ski“

Die anhaltenden kalten Temperaturen sind nicht für alle Wiener ein Grund, sich an den warmen Kamin zurückzuziehen. Nein, die Frischluft-Wütigen lassen sich von Minus-Temperaturen nicht beeindrucken und packen ihre Eislaufschuhe ein.

Und das erste Ziel für Eislauf-Hungrige ist die Alte Donau. Ein riesiger Outdoor-Natur-Eislaufplatz: Da kann die Stadt Wien noch so sehr davon abraten – wegen der warmen Grundwasserströmung und unter Brücken gibt es keine durchgehend feste Eisdecke.

Wer keine Schlittschuhe besitzt, kann sie auch ausborgen. Bei „Kukis Eistraum“ an der Kagraner Brücke muss man dafür allerdings recht tief in die Tasche greifen: Verrechnet werden acht Euro für die erste Stunde und jeweils ein Euro für jede folgende Stunde.

Dafür ist man an diesem Steg mit der zugehörigen Infrastruktur ausgerüstet: Glühwein und Würstel schmecken hervorragend, und auch für Sitzplätze im Feuerwehrfest-Stil ist gesorgt. Wers mag: „Apres Ski Hits“ mit voller Lautstärke. Das nervt schon nach gewisser Zeit.

Und weil die Musik gar so nervig ist, läuft man dieser so weit wie möglich davon – und Platz ist genug auf der Alten Donau. Vom Schnee geräumt sind allerdings nur kleinere Flächen, meist muss man sich im Langlauf-Parallelstil mit den Eislaufschuhen vorwärtsbewegen…

>>HIER gibts ALLE Bilder und mehr Infos
emi11 emi2

emi3 emi4

emi5 emi6

Ein Abbild

Der Mensch als ein Abbild Gottes. Ja, dürfen die denn das? Nachdem das ganze aber im sakralen Gebäude von Stift Melk möglich ist, gehe ich davon aus, dass man sich keiner bewussten Sünde aussetzt, um das mal ganz im römisch-katholischen Sinn zu definieren.

Und Erster in Religion waren wir ja schon immer.

p10171982 p10172111

11 und 2

2+0+0+9=11
11 ist eine gute Zahl.
Zweimal die erste Wahl. Und durch nichts zu teilen.
11 wird die Zahl des Jahres. Des Jahres 2009.

2+0+0+9=11
11 mal wird sich das Jahr wenden.

rotbild rotbild

schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild schwarzbild

1+1=2

2 Menschen werden sich finden.
2 einschneidende Erlebnisse werden passieren.

Damit wär das Jahr mal vollkommen durchberechnet. Ohne Berechnung. Nur mit Addition.

Zweitausendneun

Zweitausendacht mit seinen Sorgen, Grauslichkeiten, Unannehmlichkeiten ist vorbei. Vorbei und vergessen. Abgefrühstückt und verrissen. Es war ein beschissenes Jahr.

Aber jetzt: Zweitausendneun. Aufbruch, Neustart, Durchstarten. Es wird ein gutes Jahr. Das beste Zweitausendneun bisher auf jeden Fall. Darum: Beginnen wir das Jahr wie es bei uns so üblich ist mit dem Donauwalzer. So blau, so blau.