romantik

Drei Monate

Drei Monate. Zweiundneunzig Tage.

Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Eine Ewigkeit, die eine andere Ewigkeit verdrängt hat.

Die Zeit läuft seitdem langsamer. Langsamkeit und Schwermut ergänzen sich. Die Schwermut bleibt. Wieviele Tage und Monate wird sie sich noch breitmachen? Wieviele Rückblenden sind noch notwendig? Wieviel Nachdenken ist noch notwendig?

Schuldzuweisungen und Schuldeingeständnisse. Fehlersuche und genaue Sezierung von Situationen vor diesen drei Monaten, zweiundneunzig Tagen.

Bald sind es hundert Tage. Man sollte es zelebrieren. Feiern mit Schwermut.

Winterwonderland Vienna

Vom Ottakringer Bad über den Steinhof. Vorbei beim Maroni-Brater bei der Feuerwache und hinüber zum Schloß Wilheminenberg. Ein Schneestapf-Nachmittag mit beeindruckendem Raureif.

Alles renkt sich wieder ein

Gustav spricht mir aus der Seele. Und mit ihr die Trachtenkapelle Dürnstein.

Symphonisch, kitschig, schaurig,  schwarz und traurig, aber immer optimistisch. Und so schön.

Irgendwann geht das vorbei.

Ich habe eine Sehnsucht, nach der nächsten Katastrophe,
denn wenn wir gemeinsam leiden, fällt dieses Unbehagen ab.
Der Zufall ließ uns weiter leben, der Überdruss ging vor der Angst,
ließ uns einander fest umklammern und hoffen, für den nächsten Tag.

Mach aus den Städten Schutt und Asche, ich will nie wieder Sonnenschein,
ein Menschenleben weg genügt nicht, es müssen Gottesleben sein.
Ich will die Kinder weinen hören, die Mütter einsam fleh’n am Grab –
und keine Vögel soll’n mehr singen, nur unsere Melodien erklingen.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Während die Feigen Tode suchen, der Knechtschaft Qualen wolln entgehn,
sich ängstlich in den Abgrund stoßen, wird unsre Melodie bestehn.
Wir überwinden jede Hölle, ob Hagel, Blitze, Feuer, Glut.
Verwandeln klägliches Gesänge, in Harmonie und neuen Mut.

Alles renkt sich wieder ein, irgendwann geht das vorbei.
Der Schmerz tut weh und es wird besser, nur durch uns’re Melodie.
Lass den Kopf nicht hängen sweetheart, es wird alles wieder schön,
halt die Ohren steif my darling und unser Glück wird in Erfüllung gehn.

Ehrlicher Finder

An dieser Stelle hätte ich gerne Bilder vom Ausflug in die wunderschöne Wachau präsentieren wollen. Doch – wir waren diese Woche nicht unbedingt vom Glück verfolgt – die Bilder sind mitsamt der Kamera verloren gegangen, und zwar in Dürnstein.

Nur kurz auf einem Bankerl gesessen neben der Donau im Schatten an diesem sehr heißen Tag – und beim Weggehen hab ich die Kamera liegen gelassen. 10 Minuten später bemerkt, zurückgelaufen. Eine junge Dame saß am Platz, sie meinte, eine Kamera ist gefunden worden, ein älterer Herr hat sie mitgenommen. Versucht, den alten Herrn zu finden. Vergebens. Nachgefragt bei der Touristeninfo. Vergebens.

Doch: Heute angerufen bei der Gemeinde Dürnstein. Keine Kamera abgegeben worden. Aber die Nummer vom Betreiber der Eisdiele gleich neben dem Ort, wo ich die Kamera vergessen hatte haben sie mir gegeben. Und siehe da: Sie ist aufgetaucht. Der Finder hatte sie im Schlosshotel Dürnstein abgegeben, von dort ist sie zur Eisdiele weitergegeben worden.

Mir fällt ein Stein von Herzen, dass es noch ehrliche Finder gibt. Ein Hoch auf den ehrlichen Finder, ein Hoch auf Dürnstein, ein Hoch auf die Wachau.

Und die Ausflugsbilder werden nachgereicht.

Ganz in weiß, mit einem Blumenstrauß…

G’heiratet is worden. Eine traditionelle Bauernhochzeit im Mostviertel. Genauer gesagt in Oberndorf an der Melk und Kirnberg an der Mank, wers kennt.

Inklusive Schiasser-Buam, Braut-Verzahn und Kranzl-Owesingan. Nett!

Ich wünsche dem Brautpaar Gerhard und Birgit Aspalter viel Glück!

Osterhasi!

Der Osterhase ist wieder herumgehoppelt. Und meine kleine Nichte hat Unmengen von Schokoeiern, Süssigkeiten in allen Formaten, abkassiert. Obwohl sie schon Angst gehabt hatte, dass der Hase nicht mehr zu uns kommt. So lang hatte er sich Zeit gelassen, erst nach dem Ostersonntags-Mittagessen hat er sich dann entschlossen, dass er seine Nesterl in unserem Garten verteilt. Und dann hat sie gestrahlt. Mit der Sonne um die Wette. Liab.

Und ökologisch wertvolle Arbeit haben wir dann auch noch geleistet. Haben wir doch unseren reissenden Marktbach erstens von einem hängengebliebenen halben Baum befreit und dann auch noch die Ufer gesäubert von weggeworfenem Müll. Und ich muss mich schon fragen, auch wenn das Bacherl nicht das romantischste ist: Muss das wirklich sein, dass man den ganzen Dreck da reinschmeisst?

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Frühlingserwachen in der Lobau

Der Frühling hat am Samstag gezeigt, dass es ihn doch gibt. Er wollts wohl Armin Wolf heimzahlen, der in der letzten Woche in der ZIB2 vor dem Wetterbericht meinte: „Der Winter geht ja heuer übergangslos in den Herbst über.“

Sonnenschein, rauf aufs Rad! Über den Prater auf die Donauinsel und weiter in die Lobau. An der Dechantlacke haben wir einen Käfer beobachtet, der aus dem Winterschlaf erwacht ist. Auf der anderen Seite des Teichs spielte ein Saxahponist seine Melodien. Weiter über den Schilfgürtel auf der Holzbrücke, die von den Melker Pionieren erbaut worden ist. Und dann weiter Richtung Panozzalacke.

Vorbei an wohl duftendem Bärlauch und Schneeglöckchen (Achtung, die stehen unter Naturschutz, also nicht drauf herumtrampeln!). Und dann sind wir eingekehrt ins Knusperhäuschen. Und brav hat meine liebste Begleiterin ihr Rad abgesperrt, zu mit dem Schloss, um dann vor Schreck zu erstarren: Kein Schlüssel fürs Schloss dabei! Tja, das hieß: Nächste Busstation suchen und mit den Öffentlichen heimwärts zum Auto, um danach das Rad abzuholen, ohne den Schlüssel zu vergessen. Und ich bin einsam nachhaus geradelt. Mit dem Wind im Rücken. Dem Frühling entgegen.

Am nächsten Tag hat es übrigens den ganzen Tag über geregnet. Doch wieder Herbst.

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Da passt noch das Goehte-Gedicht dazu, das man sogar schon in der Schule lernt, auch wenns noch nicht ganz passt, weil es „Osterspaziergang“ heißt:

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt’s im Revier,
sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!

>>Hier gibts das ganze Gedicht in voller Länge