Laut Exit-polls müssen Amtsinhaber Basescu und sein sozialdemokratischer Herausforderer Geoana in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Die Wahl wurde von Betrugs-Vorwürfen überschattet.
Eine Rumänin hat in Wolfsberg ihren Lebensgefährten mit einem Küchenmesser niedergestochen. Das Opfer liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Das Paar hatte sich offenbar gestritten.
Das als Titel formulierte Motto eines Transparents gegen den Burschenschafts-Kommers kann mich nicht ganz begeistern. Mag ich doch beides nicht besonders. Allerdings find ich Burschenschafter dann doch etwas rechtsdrehender als Orangensaft. Aber egal: Einige hundert Menschen demonstrierten gegen den Festkommers in Wien. Hinter dem Rathaus mit der Aktion „Wiener Lichter“, dem Versuch eines Lichtermeers, der aber dann doch nur ein Lichterteich war. Ganz unbeeindruckt blieben aber die Tausenden Besucher des Christkindlmarkts. Vielleicht ist es ja auch ein politisches Statement: „Glühwein statt Rechts-Sein“.
Aufgerufen worden war auch dazu, Kerzen in die Fenster zuhaus gegen die „dunkle Vergangenheit“ zu entzünden. Am Ring war ein Demo-Zug unterwegs, bei der auch die Audimax-Besetzer eine große Abordnung stellten: „Unis besetzen – Nazis räumen“ war ihr Motto. Die Polizei hat das mit ihrem massiven Aufgebot allerdings nicht unterstützt. Sondern die Burschenschafter-Veranstaltung geschützt. Wien bleibt eben Wien.
Die Audimax-Besetzung dauert nun schon 26 Tage. Und am Abend kam Unerstützung von „Maschek“, die drüber geredet haben, gut synchronisiert. Begeisterungsstürme haben die Solidaritätsbekundungen der beiden angetretenen „Mascheks“ ausgelöst. Das Programm war ganz auf die Besetzer abgestimmt und schon aktualisiert. So hat durch die mascheksche Synchronisation nun endlich auch Bundesheinz Fischer das Wort an die Studenten gerichtet. Und mit einigen „Hehe“-Klassikern wurde Kanzler Faymann ins Bildungs-Out gelacht. Seitenhiebe auf den „Eh-Bald-Nimmer-Da-Gio“ Hahn wurden vom Publikum mit Johlen quittiert. Und dass dem Faymann zur Bildungspolitik nichts einfällt – das müssen „Maschek“ nicht mal synchronisieren. Der „Tom Turbo“ Österreichs, Thomas Brezina als Gründer der Fantasieschule und Bak-Produzent und sogar Clown „Enrico“, die für die östererreichische Bildung wohl mehr gemacht haben als manch ein Politiker, wurden eingebaut und laut beklatscht.
Allerdings: Show-Programm ist gut, aber die Besetzer müssen jetzt wohl – am besten gleich beim internationalen Protesttag – zeigen, dass sie noch mobilisieren können. Ein bisschen einen Achter hat das Audimax-Rädchen in der letzten Zeit bekommen. Und manche Gesichter im Audimax waren schon ein bisschen schläfrig. Basisdemokratie kann auch müde machen. Und dass sich viele Studenten von der Breite der Forderungen distanzieren, macht das ganze auch nicht leichter.
Bart rasieren ist Schwerstarbeit. Überhaupt wenn man die Haare im Gesicht schon wochenlang wuchern hat lassen und schon wie ein kubanischer Revolutionär ausgesehen hat. Wobei, er war schon länger im Spätsommer nach unserem Kuba-Urlaub. Hätt also noch länger wachsen können. Aber: Hilft nichts, der Bart musste ab. Aber ich hab probiert, ob mir verschiedene Bart-Varianten stehen würden.
Der Ausgangspunkt – der Fidel-Castro-Bart. Zumindest ansatzweise. Wobei einige gemeint haben, das stehe mir gut. Trotzdem. Her mit dem Rasierer, denn: Es zwickt, fühlt sich auch wenn man den Bart pflegt ungepflegt an und: Für ein schönes Aussehen muss man den Bart trimmen. Nicht mit mir, das ist ja anstrengender als rasieren!
Rasierstufe Eins: Hier ein bisschen weg rasiert, dort ein bisschen weg rasiert und fertig: Koteletten mit Klobrillen-Bart. Wär mal was anderes, aber so ganz war ich dann doch nicht überzeugt. Macht einen doch älter als man ist so eine bärtige Mundumrundung.
Darum bin ich zur Rasierstufe Zwei gekommen: Der „My Name is Earl“-Bart. Sehr fesch. Würde wohl gutes Karma bringen. Schaut doch gleich nach Strizzi aus und hat was von einem Zuhälter-Look. Fast wär ich dabei geblieben, aber ganz zufrieden war ich damit doch wieder nicht. Wer weiß, ob der Zuhälter-Look wirklch so gut ankommt da draussen…. Also wurden die Rasiermesser wieder gewetzt.
Rasierstufe Drei: Der klassische proletarische Oberlippenbart. Fesch, aber nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Da ich nicht in Simmering oder Favoriten wohne, hab ich auch davon Abstand genommen. Obwohl ich damit fast so fesch bin wie der wunderbare Austrofred. In einem ersten Schritt hab ich noch probiert, obs ohne Koteletten besser ausschaut, dann wieder ein bissl was wegretuschiert vom Bart.
Leopoldi-Gang in Göttlesbrunn bei Bruck/Leitha: Nette Weinkeller, gute Wein-Tröpferl und eine Entdeckung. Bietet doch das Weingut Oppelmayer DEN Twitter-Wein an: Den Rheinriesling GEZWITSCHER 2008. Wobei Twitter eine Internet 2.0-Plattform ist und der Gezwitscher-Wein im Gegensatz dazu eine Alk 12.0-Klassik-Edition ist. Sehr bekömmlich. Und gut zu zwitschern.
Aber auch andere Weine waren äußerst bekömmlich. Und eine Weinterasse – die vom Weingut Netzl – liegt wirklich spektakulär und schön ganz am Beginn des großen Weingartens mit Panoramablick darüber. Ein bisschen skurril und unpassend war ein bissl der Weinstadl mit den ausgestopften Tieren aus Afrika. Nicht ganz meins.
Interessant auf jeden Fall, dass die Feuerwehr Bier-Pfiff ausgeschenkt hat. Aber was soll ich sagen. Nach so viel gutem Wein waren wir in Wien allerdings wieder froh auf ein gutes Schluck Bier. Wir sind ja doch Banausen.
Der ÖVP ist ja nichts zu blöd, um ihre junge Klientel – das sind die mit der „abgeschleckten“ Frisur – zu bedienen. Und weil der Sepp Pröll jetzt ganz aufs Internetz und auf Netz 2.0 setzen will, haben die Herren in Schwarz geglaubt, dass sie mit der Suche nach Österreichs „Superpraktikant“ voll durchstarten und punkten können. Das funktioniert vielleicht beim Jugendfunktionär 1.0 aus der Jungen ÖVP, woher gleich einmal größtes Lob und Unterstützung kam, aber nicht beim Rest der Jugend.
Da dachte man sich: Wir kupfern mal vom RTL-Pendant „Supertalent“ ein Stückl vom Namen ab, weil solche Casting-Shows ja so gute Einschaltquoten bei den Jugendlichen haben. Aber es wurden grobe Fehler gemacht: Die Jungen aus der Parteibasis sind immer schmähstad, die Jugendlichen, die man erreichen will, nämlich junge Neuwähler fühlen sich durch die Wahl des Wortes „Praktikant“ ziemlich vor den Kopf gestoßen. Denn: Tausende junge Menschen absolvieren jedes Jahr so genannte Praktika. Viele davon finden ohne Verträge statt, haben unklare Arbeitszeiten und werden nicht oder nur sehr schlecht bezahlt.
Schlecht kam auch an, dass die ÖVP das Praktikum nicht geschlechterneutral ausgeschrieben hat. Die Internet-User waren schnell und haben in Windeseile eine Schmäh-Homepage namens „Bist du Österreichs Vizekanzler“ erstellt.
Vollkommen ins Auge gegangen ist die Mobilisierung der Jungen mit der „abgeschleckten“ Frisur, nicht umsonst sind auf den vorderen Rängen eine Journalistin vom Falter, ein Clown und ein Werber. So sehen für Pröll also Praktikanten aus?
Blöd halt, dass die SPÖ sich in Schockstarre befindet – nur nichts falsch machen, sonst könnte man ja Wähler verlieren. Diese Super-Praktikant-Sache hätte sonst ja schön und virtuell torpediert werden können von den Jungen Roten – aber die haben sich ja auf Faxwahlen beim ORF spezialisiert.
Nicht um Schmähungen verlegen ist man auch bei den Audimax-Besetzern. Sie kreierten einfach die Wahl zum „Super-Wissenschaftsminister“. Der Gewinner wird zwar nicht fürstlich entlohnt, soll aber auch nicht leer ausgehen: Eine Woche Übernachtung im Audimax inklusive Halbpension wartet auf den Sieger. Auf der Homepage kann man jetzt zwischen Tintifax und Chuck Norris wählen. Wobei Chuck Norris einfach einmal Knackwatschen austeilen will im Wissenschaftsministerium.
Könnte man sich auch vorstellen für den Entwickler des VP-Castings.
Die Party zum Schulterschluss von Digital und Grafik-Pool: Neben hochprozentigen Getränken, polternder Musik, akrobatischen Tanzeinlagen hats auch ein blaues Auge gegeben. Durch einen unabsichtlichen Ellbogen-Check. 16er-Blech sind in Hülle und Fülle übriggeblieben, dem nächsten „Restl-Saufen“ steht also nichts im Weg.
Wenn der Gastgeber laut schreiend mit „Sog’ amoi“ durch die Wohnung wirbelt, wenn die Rindsrouladen so groß sind wie gefüllte Meerschweinchen, wenn der Gastgeber mit seinen Sticks wild auf dem Sofa trommelt, wenn das Zebra im Wohnzimmer die Patschen streckt und die beiden Zwerge nebenan SM-Posen üben, wenn man sich mit Zimmerlinden-Blättern schmückt und wild herumhüpft – dann ist man beim Uwe zuhaus. Sog’ amoi!
„Aktionstag“ der Studenten in Wien: Ist gar ein bissl „zach“ angelaufen. Am Abend sinds dann aber doch noch an die 10.000 Teilnehmer bei der Kundgebung vor der Stadthalle geworden. Wie immer seit der Audimax-Besetzung hat das ganze neben dem Transport der Forderungen auch sehr viel an Feel-Good transportiert. Obwohl man sich gar nicht so gut fühlt im Uni-Betrieb.
Erwartet worden war allerdings, dass sich viel mehr Menschen beteiligen. Man hatte nicht den Anschein dass die Uni brennt (so wurde die Aktion am Anfang ja benamst), aber ein Feuer lodert schon noch. Glutnester sind noch vorhanden. Ob das Feuer jetzt ausgeht, wird sich zeigen. Aber gar nicht so einfach: Auf Wochen hinaus immer die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und immer wieder Massen zu mobilisieren ist ziemlich schwierig. In der Zwischenzeit können die Politiker das ganze dann „aussitzen“. Und dann wieder davon reden, dass ja nur die Internet-Generation auf die Straße gegangen ist. Stimmt in dem Fall ja auch. Aber inzwischen sind wir alle die Internet-Generation.
Allerheiligen und Allerseelen bleibt Zeit für die Trauer. Zeit für einen Besuch am Friedhof. Zeit, um über Verstorbene nachzudenken. Zeit, über sich selbst nachzudenken. Zeit, sich zu sammeln. Und Zeit, um kurz mal aus dem ewig schnelldrehenden Leben auszusteigen.
Die Audimax-Besetzer haben jetzt einmal eines erreicht: Die größte Bildungs-Demonstration in Wien seit vielen, vielen Jahren. Über 10.000 oder noch mehr sind unterwegs gewesen und haben für ein besseres Bildungssystem demonstriert.
Inwieweit die Besetzung jetzt zu einer Bewegung wird, darüber wird gerade in vielen Foren am meisten gestritten. Einige wollen jetzt schon von einer Neuauflage der 68er-Genertation und ihren Forderungen sprechen. 68er 2.0 sozusagen. Aber ist das nicht zuweit gegriffen? Ja, die Forderungen gehen über den Bereich der Bildungspolitik hinaus, gesellschaftspolitische Themen werden nicht ausgespart. Aber: Wieviel Kalkül steckt hinter diesen Forderungen? Nur ein Kalkül, sich dann auch mit andern Gruppierungen solidarisieren zu können?
Dass sich auch schon eine Gegenbewegung zu den Besetzern gebildet hat, war klar. Alle Studenten wird man nicht in einen Topf werfen können, auch Studenten haben andere (gesellschafts)politische Ansätze. Und Einstellungen. Soviel wie möglich unter einen Hut zu bringen, das wird das schwierigste Thema im Plenum des Audimax werden.