Vorspiel Rodelunfallverletzung
Krankenschwester Laune Kuscheln Porno Skihütte Formaldehyd Jägermeister. Das waren die Nummern Eins bis Neun. Nummer 10: Orgasmus. Diese Wörter stammen vom beliebten Skihütten-Trinkspiel, bei dem man reihum bis 20 zählt und dann bei jedem Fehler eine Zahl durch ein Wort ersetzt wird. Als “Strafe” muss man dann auch trinken. Gespielt worden ist das auf der Gamskogelhütte beim Rodelabend. Und dieser Rodelabend war einer der Programmpunkte bei unserem Aufenthalt am Katschberg in Kärnten an der Grenze zu Salzburg.
Hüttengaudi mit Spielen wie Fatschen, Poschen (andere sagen Mäxchen dazu und der Streit um die Regeln gehört dabei immer dazu), Monopoly und Uno waren dabei unsere Abendbeschäftigungen. Einmal auch Tagesbeschäftigung, weil es das Wetter vorgezogen hat zu stürmen anstatt mitzuspielen. Aber natürlich haben wir es auch auf die Skipisten geschafft. Kaiserwetter war dabei auch nicht unbedingt. Die Pistenverhältnisse hätten auch besser sein können. Aber leider fahren seit einem Skifahrer-Unfall die Pistenraupen nur mehr nachts.
Der Abschluss eines jeden Skiabends gehört den Freunden der schlechten Musik: Bei jedem Aufenthalt am Katschberg muss man einmal in die Apres-Skihütte Lärchenstadl. „Und i fliag, fliag, fliag wia a Flieger und bin so stark, stark, stark wia a Tiger…“
Kannst du diesen Nasen widerstehen?
Freecards sind seit langem ein Instrument des Guerilla-Marketings. Äußerst beliebt, weil sie billig produziert werden können und eine junge Klientel ansprechen. Zitieren wir dazu kurz Wikipedia:
Guerilla-Vermarktung bezeichnet die Wahl ungewöhnlicher Aktionen im sogenannten Marketing, die mit untypisch geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung erzielen sollen.
Diesmal wurden wir fündig bei Werbung für Taschentücher. Mit dem Spruch “Kannst du dieser Nase widerstehen” versehene Karten mit einer Öffnung für die Nase. Bei uns haben die Karten zwar nicht den Schnupfen weggezaubert, aber die Nase haben wir frech hineingesteckt. Werbung mit Spaßfaktor, Werbung mit Kultfaktor. Bleibt nur abzuwarten, ob sich die Freecard-Freunde die Taschentuch-Marke merken. Soll ja schon öfters passiert sein, dass die freche Form einer Werbeform zwar im Kopf bleibt, aber nicht, für welche Marke geworben wird. Wir bleiben dran und beobachten die Tempo-Aktien.


Für den echten Guerilla-Kämpfer im Zeichen des Marketing gibt es unzählige Handbücher und Blogs, hier mal nur ein kurzer Anriss, welche Methoden als zielführend erachtet werden.
In der Guerilla-Vermarktung gibt es zahlreiche unkonventionelle Marketing-Taktiken, so dass die folgenden Beispiele nur eine kleine Auswahl darstellen:
- Mundpropaganda
- den Konsumenten bei seiner täglichen Tätigkeit erreichen, z. B. durch E-Mails
- Sticker- und Plakat-Kampagnen mittels statisch aufgeladener und daher selbst haftender Folien
- „Stirn/Headvertise“-Kampagnen
- Bluejacking: Senden einer persönlichen Nachricht via Bluetooth
- Fahrzeugwerbung
- T-Shirts
- Werbung auf dem Kassenbon
- Streetbranding: Einbringen von negativen Schablonenbildern in verschmutzte Straßen oder Wände
Ursprünglich hatten kleinere und mittlere Unternehmen Guerilla-Marketing genutzt; heutzutage greifen auch Großunternehmen im Rahmen von Werbekampagnen darauf zurück.
Das graue Kleid kleidet jetzt ganz grau
Elektronischer Brief des Herausgebers:
Nach langer Zeit der Fehlfarben wird “Die Graue Eminenz” ab sofort in neuem grauen Kleid erscheinen. Das Redesign, nahekommend einem Relaunch, soll die Inhalte besser zur Geltung bringen und die Widgets bündeln: Diese finden sie wie gewohnt, allerdings jetzt nur mehr auf der rechten Seite. Durch die neue Gestaltung soll der Lesefluss verbessert werden und die Fokussierung auf die Geschichten und Stories gelegt werden. Auch die journalistische Qualität soll stärker ins Rampenlicht treten. Daneben wurde die Übersichtlichkeit ausgebaut und das Gesamtwohl der Seite wieder mehr dem Grauen gewidmet.
Die Graue Eminenz
Na Mädels, Lust auf eine Spritztour?
Das Bundesheer bringt allen was. So ungefähr wollten listige oder lustige Marketing-Experten den Dienst an der Waffe schmackhaft machen. Und weils Spaß macht gleich mit einem lustigen Werbespot und einem Schuss Sexismus.
Die Story des Spots ist einfach gestrickt und dürfte bei der Zielgruppe gar nicht so schlecht ankommen: Ein Edel-Prolet wird bei seinem Sportwagen von hübschen Mädels umringt und fragt: “Na Mädels, Lust auf eine Spritztour, ha?” Mit martialischer Musikuntermalung taucht aber in diesem Moment – wie das Leben so spielt – ein Panzer aus dem Dickicht auf. Mit ach so feschen Bundesheerlern. Und die Mädels sind so derartig hingerissen, dass sie dem Panzer wie kleine Kinder nachlaufen. Was lernt man daraus: Komm zum Bundesheer, da kann man Panzer fahren und die geilsten Schnitten damit aufreissen. Wird bei unseren Proleten ja gut ankommen.
Ungeniert hat unser aller Heer damit einen Spot aus der Ukraine einfach kopiert – wobei im ukrainischen Spot die Mädels noch um einiges fescher sind – soviel Sexismus sei mir verziehen.
Blöd für das Heer, dass die Süddeutsche Zeitung auf den Spot aufmerksam geworden ist – und bitterböse darüber berichtet: “Die Nackte Kanone – Made in Austria“. Das Bundesheer hat reagiert und den Spot von der Homepage entfernt – und er soll jetzt auch nicht im Fernsehen geschaltet werden. Immerhin: Bisher ist Österreich – zumindest was die Medien betrifft – mit Albanien verglichen worden. Ab sofort vergleichen wir uns mit der Ukraine. Ein Fortschritt.
Die Hymne, die Krone und ein Wolf namens Martin
Wolf Martin, der begnadete Dichter aus der Krone hat sich nun also auch zum Streit um die Bundeshymne zu Wort gemeldet. Natürlich in Reimform. “In den Wind gereimt”. Und natürlich hat er wie es so seine (Un-)Art ist wieder Revisionistisches und Hinhacken gegen die sogenannten “Gutmenschen” hineinverpackt. Wie man jetzt um die Diskussion steht, ob in der österreichischen Nationalhymne neben den Söhnen auch die Töchter vorkommen sollen, steht – das ist in diesem Fall irrelevant.
Ganz interessant dieses mal allerdings: Erstmals hat er unter seinem Erguss als sozusagen Kleingedrucktes eine “Anmerkung” abgedruckt, dass er das Gereimte gar nicht ernst meint. Darüber muss man jetzt schon nachdenken: Er meint also alles gar nicht so, wenn er seinen Hass auf alles was er nicht mag, loswird. Meint er es auch gar nicht so, wenn er am Geburtstag des Führers regelmäßig jedes Jahr ein Hohelied auf Adolf Hitler schreibt? Natürlich verkausuliert.
Auch die Anmerkung beim Hymnen-Gedicht lässt mich nicht daran zweifeln: Dieser Dichter ist einer der gefährlichsten in unserem Land.
Und hier nocheinmal zum Nachlesen die Grauslichkeiten des Wolf Martin. Aus der freien Enzyklopädie Wikipedia:
Im Jahr 1995 griff Martinek in zwei Krone-Gedichten massiv homosexuelle Menschen an. Am 28. Juli bezog er gegen „schwule linke Kirchenfresser“ [4] Stellung, am 10. September ortete er einen „Feldzug“ der „Linkslinken“ für „Landesverräter, Blasphemisten, für Kreuz-Entferner in den Schulen“ sowie „für Gruppen von verrückten Schwulen“ [5]. Daraufhin wurde er von einigen Mitgliedern der HOSI als ehemaliger Hosi-Aktivist geoutet. Das Nachrichtenmagazin Profil warf ihm daraufhin in einem Interview „Schwulenhetze“ vor [2] Martin dementierte das. Er habe niemals Schwule pauschal angegriffen.
Nicht nur seine Angriffe gegen Homosexuelle sorgten für Kritik an seiner Person. Für Aufsehen sorgten auch Gedichte, in denen er einzelne Künstler oder Personen öffentlichen Lebens frontal angriff: eine Polemik gegen Rudolf Scholten wurde etwa von Profil als antisemitisch beurteilt, in einem anderen Gedicht warf er Claus Peymann, Elfriede Jelinek und Peter Turrini vor, die Bühnenbretter des Burgtheaters mit „penetrantem Dreck“ zu besudeln. Kritisiert wurden auch seine Gedichte, in denen er die Migration als „sanften Holocaust“ bezeichnete, vor der „Vermischung“ der Völker warnte, Obdachlose als „lästig wie die Läus’ und Wanzen“ bezeichnete oder – ganz im Gegensatz zu seinen Texten im FORVM – gegen Ausländer Stimmung machte.[1]
Solche pauschalverurteilende Texte brachten ihm zahlreiche Verurteilungen durch den Österreichischen Presserat ein. Für besondere Diskussionen sorgten seine Gedichte an den Geburtstagen Adolf Hitlers, am 20. April 1994 und 2001. So schrieb er 1994, er feiere „wenn man mich lässt, heut jenes Adolfs Wiegenfest, der einst in unserm schönen Land an allererster Stelle stand“ [6], womit er den ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten Adolf Schärf gemeint haben will, der am selben Tag Geburtstag hat. 2001 begann er das Gedicht mit „Fürwahr, ein großer Tag ist heut, ich hab mich lang auf ihn gefreut“ und beendete es mit den Worten „Ihm sei’s zur Ehre, uns zum Heil!“. Diesmal will er sich auf die zweite Staffel der ORF-Reality-Soap Taxi Orange bezogen wissen [7].
Zipflbob und Tangabob
Bei schönstem Winter-Kaiserwetter haben wir uns gewagt, auf dem Wiener Wilheminenberg eine großen Anlauf zu nehmen und mit dem Tellerbob hinunterzurasen. Naja, rasen ist vielleicht übertrieben – aber waghalsig waren wir schon, wir haben uns sogar über einen Glühwein beim Standl neben dem kleinen Eislaufplatz getraut. Nicht aber haben wir die Sprungschanze ausprobiert – da haben wir lieber den jungen Leuten mit dem professionelleren Geräten den Vortritt gelassen.
Viel professioneller ist es zur selben Stunde im Salzbuger Flachau zugegangen – bei der Zipflbob-WM.
Und da wird wirklich schön über die Schanzen gesprungen.”Ready – Zipfl – Go” heißt dort das Startkommando. Und die Gerätschaft besteht aus Tellerbobs mit einem Zipfl zum anhalten.
Es gibt auch eine “Internationale Zipflbob Federation”, man will als offizielle Sportart anerkannt werden – und man will auch olympisch werden. Naja, vielleicht wird ja Sacklrutschn auch mal olympisch.
Bilder von den waghalsigen Zipflbobern gibts auf jeden Fall hier noch mehr.
Dass Bobfahren eine äußerst gefährliche Angelegenheit ist und man sich damit bis auf den Tanga blamieren kann, hat in diesen Tagen Bob-Weltmeisterin Gillian Cooke vor dem Weltcup-Rennen in St. Moritz bewiesen. Ich persönlich hab mich ja schon öfters gefragt, mein Gott wär das peinlich, wenn die engen Rennhosen beim Start, wo der Bob schnell angeschoben wird, reisst. Und ihr ist es – blubb – jetzt wirklich passiert. Tja, Adidas hält doch nicht immer, auch nicht an den wichtigsten Stellen. Ihr wars (fast) wurscht, sie ist trotzdem noch 7. geworden.
Strache vom Kaiser aufgeplattelt
So ein blechern gekünsteltes leicht irritiertes Lachen hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schon lang nicht mehr gezeigt. In der Satireshow “Wir sind Kaiser” hatte er eigentlich nicht viel zu lachen: Mit Glace-Handschuhen ist er vom “Kaiser” Robert Palfrader nicht unbedingt angefasst worden.
Der Bläuling in der österreichischen Innenpolitik ist ein bisschen ins Wanken gekommen. Obwohl der Kaiser auch “alle Völker mag, wenn sie sich nur unterwerfen”, die Ausländerpolitik der FPÖ wurde ziemlich aufs Korn genommen: “Das Schnitzel ist aus Italien, der Kaffee und die Kipferl aus der Türkei, jetzt sogns amoi wos is do schlechtes dran? Wo kommt der Hass her – ham sie vielleicht bei einem All-Inclusive-Urlaub kein Schnitzel mehr am Buffet bekommen?” Und nachdem Strache mit einem “Jawohl” darauf antwortete, dass man bei Hof nur reden dürfe, wenn man gefragt würde, kommentierte das der Kaiser mit: “Na, das kann er aber gut, der Strache. Man könnt glauben, er hat eine paramilitärische Ausbildung.”
Schön auf der Schaufel war er und er konnte sich fast nicht runterwinden. Interessant: Er wollte partout mit seinen Wahlkampfsprüchen hausieren gehen, und das in einer Satire-Sendung. Der Kaiser ließ ihn aber eh “anrennen”. Parteiwerbung hat auch nichts verloren in einer Satiresendung. Schlecht gebrieft, Herr Strache. Und verwunderlich, dass es dazu keine OTS-Aussendung aus dem FPÖ gegeben hat a la “linkslinker ORF”.
Wollt ihr das totale Schnee-Chaos?
Alarm-Stufe Rot! Chaos! Bis zu 80 Zentimeter Schnee! Österreich versinkt im Schnee!
Diese Schlagzeilen strategisch klug über die Titelseite verteilt konnte man am Beginn des Wochenendes in der “Zeitung” “Österreich” lesen. Der Katastrophen-Journalismus hat hier eine Heimstätte gefunden und windet sich immer ganz quotengeil in Richtung Sensations-Journalismus.
Aber: Auch die anderen Zeitungen in Österreich hatten vor großen Schneemengen gewarnt – nicht ganz so übertrieben wie “Österreich”, aber doch. Im Endeffekt kam aber das Tauwetter, die Wetterfrösche sind daneben gelegen, das Tief “Daisy” hat Österreich (hier mein ich allerdings nicht die “Zeitung”) verschont. Obwohl – Tauwetter war nicht in ganz Österreich – im Mostviertel, in Loosdorf waren am Samstag Abend tiefwinterliche Schneebedingungen. Gerade dort, wo man den Schnee nicht besonders gewöhnt ist.
Also wenigstens die Prognose fürs Mostviertel hat gestimmt. Um “Österreich” aber ein bisschen zu helfen, einige Vorschläge für die nächste Schnee- und Kaltfront:
Wächtenwarnung! Eiswarnung! Schnee 3.0! Die Stadt versinkt in der größten Schneewächte des Jahrzehnts! 200 Milimeter weiße Pracht! Auch HC kann die Eisprinzen nicht stoppen! Die Kaltfront gegen den Osten ist eröffnet! Brrrrrr.
Wiener Schneemärchen
Hat was Kitschiges, wenn es in Wien nächtens schneit und morgens alles unter einer Decke liegt. Die Straßenräumer kommen nicht nach, die Autos stecken fest und die Wiener Stadt is noch ein bissl gmiatlicher wie sonst. Also wünsch ich mir jetzt mal vom Jänner-Christkind mehr vom Schnee. Der Petrus reagiert und es schneit tüchtig weiter.
Im Jahr 2007 war genauso viel Schnee – damals war ich als einziger Parkbesucher im Schneegestöber mit ein paar japanischen Touristen in Schönbrunn. Hier gibts die alten Bilder davon.
Die Bilder sind übrigens von einem Spaziergang in Breitensee im 14. Bezirk – darum schaut es ein bisschen kleinstädtisch aus. Denn Breitensee ist sowas wie ein kleines Dorf inmitten der Stadt. Mit eigenem Dorfplatzert, Kircherl und auch noch eigenem Kino – den Breitenseer Lichtspielen – dem ältesten Kino der Welt. Aber das ist eine andere Geschichte wert.







































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