DIE GRAUE EMINENZ

Des Volkes Stimme

Posted in Konzert, Party by eminenz on 31. August 2014

Volksstimmefest 2014 auf der Jesuitenwiese. Die namensgebende Tageszeitung gibt es schon lang nicht mehr, die KPÖ ist jahrzehntelang keine ernstzunehmende politische Kraft mehr und das glanzvolle Fest von damals hat sich den politischen Veraänderungen anpassen müssen: Nichtmehr sowjetische Olympiasieger treten auf, nicht mehr Delegationen aus sämtlichen “Bruderstaaten” werben für ihren “Sozialismus” – übriggeblieben sind die Stände der Kubaner, der “Nicaragua-Brigadisten” und der linken Parteien Deutschlands. Auch der Budweiser-Biergarten wird nicht mehr sozialistisch nach tschechoslowakischer Manier geführt – was man auch am Bierpreis ablesen kann. Und doch: Es ist ein Fest der Langsamkeit, der Gemütlichkeit, ein Fest das keine Neuerungen braucht. Ein Fest mit noch immer guten Bands und Konzerten. Einfach das schönste Open-Air Fest Wiens. Man sollte allerdings endlich einmal ein ernstes Wort mit dem Wettergott reden. 

raufkRAXler

Posted in Natur, Reise, Wandern by eminenz on 7. August 2014

Rauf mit der Seilbahn zum Hüttenhüpfen auf der Rax. Vom Ottohaus über den Seeweg zur Neuen Seehütte. Über die Preiner Wand, die Hohe Kanzel und den Jakobskogel wieder zurück.

Ein Hochplateau, das wie geschaffen fürs Wandern ist. Eine weiche Landschaft, die zugleich schroff für Niederösterreich ist. Mit Latschen und riesigen Blumenwiesen. Mit Geröll, Felsen und stolpernden Wanderern. Mit Grammelknödeln und Denkmälern aus der Monarchie. Hier dreht sich die Zeit ein bisschen langsamer weiter. Und an manchen Ecken steht sie schon  und noch immer still.

Yak, Vierhornschaf, Rotwild und kleine Luchse

Posted in Tier&Wir by eminenz on 3. August 2014

Tierpark Stadt Haag im Mostviertel. 70 heimische und exotische Tierarten leben hier in großzügigen Gehegen neben dem Schloß Salaberg. Vom Damwild über den Singvogel-Weg zu den Mufflons,  von den Dromedaren gleich beim Eingang bis zum bald neuen Gehege für die Pavians. Der Braunbär wird mit den Fischabfällen versorgt – jeder Besucher kann am Fischteich nebenan sein Glück versuchen und wird beim Ausnehmen unterstützt. Daneben betteln (fast alle Tiere hier sind darauf konditioniert) die Yaks um das Tierfutter, das hier geschäftstüchtig in Papiertüten angeboten wird. Die kleinen Luchse verstecken sich im hinteren Teil des Geheges und die Löwen liegen faul in der Sonne. Eines der außergewöhnlichsten Tiere hier ist wohl das Vierhornschaf, dessen Kopf mit seinen vier Hörnern ein bisschen an eine Perchten-Maske erinnert. Ein aboluter Tipp für einen Wochenendausflug!

Von kleinen Wasserschweinen, großen Eisbären und Punk-Geparden

Posted in Tier&Wir, Wien 2.0 by eminenz on 23. Juni 2014

Tiergarten Schönbrunn in seinrm schönsten Kleid: Nachwuchs gibt es derzeit allüberall: Die kleinen Geparden sind extrem frech und haben sich eine Punk-Frisur zugelegt. Ein kleiner Wolf hat schon mal eine Beutestück im Gehege versteckt. Der Nachwuchs bei den Wasserschweinen schläft gern und setzt auf seinen Niedlichkeitsfaktor. Der kleine Panda wird immer größer und ist faul wie immer. Der Nachwuchs bei den Kattas hat schon die spektakulärsten Sprünge auf den Bäumen gelernt. Die Eisbären nehmen wir auch in die Wertung weil sie neu sind im Zoo: Mächtige Pranken und ein trotzdem graziler Sprung ins Wasser. Und die kleine Ziege ist einfach nur flauschig. Fast zuviel Niedlichkeit auf einmal.

Regenbogen in Wien

Posted in Party, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 14. Juni 2014

Es ward angerichtet: Die Regenbogen-Parade. Schrill wie immer, mit “Rise like a Phoenix” gewürzt. Bestes Paraden-Wetter. Beste Stimmung. Und: Es wär so schön, wenn der Ring ganzjährig autofrei wäre.

Let’s go crazy: Prince und seine Live-Perlen

Posted in Konzert, Szene by eminenz on 29. Mai 2014

Prince ist zurück, The Artist formerly known as Prince nennt sich eh schon lang wieder Prince, nur sein “Love Symbol” ist auch bei seinen aktuellen Auftritten noch immer omnipräsent – sei es als Mikrofonständer oder in Gitarrenform. Prince tourt derzeit mit 3rdEyedGirl und kommt am 7. Juni auch nach Wien! Bei seinem Auftritt bei den Billboard Music Awards 2013 präsentierte er sich als Wuschelkopf-Träger mit Anleihen an Lenny Kravitz. Nicht nur das erste der von mir zusammengetragenen Videos zeigt die Perfektion des Gittaristen Prince. Er umgab sich schon oft mit Gefährtinnen wie Sheila E. – diesmal setzt er ganz auf eine Frauen-Band. Und das zurecht. Die Vorfreude aufs Konzert ist groß!

Let’s go Crazy - brilliante Performance mit 3rdEyedGirl. Funky Stuff

Controversy – Einer der ersten Hits. Eingängiger Funk mit Falsettgesang

1999 – wird auch 2199 noch aktuell sein

Get Off – Einfach “fett”

Purple Rain – Der Klassiker, bei dem es bei Open-Air-Konzerten immer purpur zu regnen beginnt.

The Cross – Von der Ballade zum Wutschrei

Daddy Pop – Prince, der Tänzer in Jackson-Manier (nur mit viel mehr Funk)

Take mit With U  - Feelgood Daddy Prince

Zugabe: Prince als Blues-Gittarrist.

Freundschaft im Jahr 2014

Posted in Politik, Stadtspaziergang, Wien 2.0 by eminenz on 1. Mai 2014

Erster Mai. Tag des Maiaufmarsches in Wien. Früher war das der einzige Tag, an dem die Öffentlichen Verkehrsmittel am Vormittag völlig eingestellt waren, weil alle Mitarbeiter der Wiener Linien zum Rathausplatz pilgerten. Das ist lange her. Aber noch immer marschieren Bezirksgruppen und SPÖ-Unterorganisationen sternförmig aus der ganzen Stadt zum Rathaus. Der Platz war schon voller, die Stimmung war schon besser. Aber die Basis wird noch immer hier abgeholt. Und da dürfen auch einige Jugendorganisationen mit kritischen Slogans auf den Platz: “Acht Jahre Scharz-Rot. Weitere Acht und wir sind tot.” Am Schluß wird aber wie immer die Internationale angestimmt. Und noch immer wird ergriffen mitgesungen. Freundschaft.

Ostern: So schnell wird das “Super-Fest” zum “Vatikansinn”!

Posted in Medien by eminenz on 18. April 2014

Der Boulevard legt zu Ostern wieder ordentlich Eier. Da die Journalisten aber hier und dort nicht eierlegende Wollmilchsäue sind, werden einfach mal Übertreibungen und Worte erfunden, um das Oster-Fest wenigstens irgendwie an die Konsumschlacht Weihnachten heranzuzüchten. “Ostern wird zum Super-Fest” meint unsere Lieblings-Boulevard-Zeitung “Österreich”. Hundert Bonuspunkte bekommen allerdings die Kollegen von “Bild” – mit ihrem Titel “Ostern wird der VatikanSINN” zeigen sie einmal mehr die wahre Klasse des Boulevard – der griffige, skurrile Titel mit Witz und Wortspielerei. Wenn die Ideen nicht mehr reichen kommt es allerdings zum Eier-Diebstahl: Hatte “Bild” schon am Gründonnerstag das “Kaltluft-Ei” über Europa entdeckt, konterte “Österreich” mit dem “Kälte-Ei” am Karfreitag. Solang uns aber nicht Boulvevard-Bischof  Toni Faber persönlich die Oster-Feiertage erklärt sehen wir aber darüber hinweg. Frohe Ostern!

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Fahrrad-Hochflieger

Posted in Rad, Spocht, Wien 2.0 by eminenz on 5. April 2014

Erstes April-Wochenende in Wien – der klassische Termin für das Bike Festival am Rathausplatz. Mit großen und kleinen Rädern, dem Vienna Air King-Wettbewerb, mit der Grünen Radrettung, Ein-, Zwei- und Dreirädern, Rad-Künstlern, Rad-Hochfliegern und vielen Drahtesel-Bestaunern.
Am Sonntag gehörte dann der ganze Ring den Radlern bei der #RADpaRADe – ein Ring ganz ohne Autos, mal ganz ehrlich, daran könnte man sich gewöhnen: Drahtesel statt Blechschlangen, alles andere ist unmenschlich!

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Caodai: Walt Disney und Drachen in Technicolor

Posted in Reise, Vietnam by eminenz on 16. März 2014

Unweit von Ho-Chi-Minh-City: Ein Tempel wie aus einem Bilderbuch mit Zuckerbäcker-Architektur und einem Kitschfaktor, den nichtmal Hundertwasser überbieten konnte. Allüberall das Auge Gottes, Frauen und Männer in weißen Gewändern und Säulen mit stilisierten Drachen. Wir sind in Tanyin, beim heiligen Stuhl der Caodais – Sitz der immerhin drittgrößte Religionsgemeinschaft von Vietnam.  Und diese besteht aus einer bunt durchgemixten Mischung aus Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, des Christentums und des Islam. Praktisch, vor allem weil göttliche Botschaften aus dem Universum in versiegelten Briefumschlägen empfangen werden. Oder in Zukunft gar per e-Mail?

Graham Greene beschrieb den Caodaismus in seinem Klassiker “Der stille Amerikaner” übrigens folgendermaßen:

Mindestens einmal im Jahr feiern die Anhänger Caodais beim heiligen Stuhl in Tanyin, Achtzig Kilometer nordwestlich von Saigon, ein Fest zum soundsovielten Jahr der Befreiung oder der Eroberung oder sogar, um einen buddhistischen, konfuzianischen oder christlichen Festtag zu begehen. Die Religion Caodais war stets das Lieblingskapitel in meinen Kurzeinführungen für auswärtige Besucher gewesen: Der Caodaismus, die Erfindung eines Staatsbeamten aus Cochin, war eine Synthese der drei Religionen: Der heilige Stuhl befand sin in Tanyin. Es gab einen Papst und weibliche Kardinäle. Weissagungen erfolgten mittels Schreibtäfelchen. Es gab einen heiligen Victor Hugo. Christus und Buddha blickten vom Deckengewölbe der Kathedrale herab auf ein Phantasiebild des Ostens im Stil Walt Disneys, auf Drachen und Schlangen in Technicolor. Neuankömmlinge waren von dieser Beschreibung stets entzückt. Wie hätte man ihnen die öde Leere der ganzen Sache erklären können? Die private Armee von fündundzwanzigtausend Mann, bewaffnet mit Mörsern, die aus den Auspufftöpfen alter Kraftwagen hergestellt worden waren, Alliieerte der Franzosen, die sich im Augenblick der Gefahr neutral erklärten?

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