DIE GRAUE EMINENZ

Schön is so a Mulatschag

Posted in Konzert, Szene, Wien 2.0 by eminenz on 13. Mai 2013

Stefan Weber und Drahdiwaberl sind im Museum angekommen. Und das im spießiegen Wien: Mit ihren Attacken gegen das Establishment und gegen die Spießer, exzessiven Shows und pornografischen Andeutungen auf der Bühne haben sie im Blutrausch schon vor Jahrzehnten mit der Wiener Gemütlichkeit aufgeräumt. Weber ist zwar schon schwer von seiner Krankheit gezeichnet, aber man sieht ihn förmlich aufblühen auf der Bühne. Und er und seine Mannschaft können ihn noch immer, den Mulatschag. Zwar jetzt schon am Nachmittag, aber für eine Ausstellungseröffnung schneuzen und kampeln sich auch die Mannen von Drahdiwaberl mal. Dass Wien nicht mehr so spießig ist wie vor dreißig Jahren hat man übrigens daran erkannt, dass Dutzende Kinder von ihren Eltern hochgehoben wurden beim Konzert. Wie haben die Eltern wohl den Kleinen den Mulatschag erklärt?

Die Ausstellung ist übrigens noch bis 15. September im Wien.Museum zu sehen.

Als Vorgeschmack gibt es auch eine Online-Ausstellung der Wienbibliothek Digital.

Systematik 7/5/13

Posted in Graue Kunst by eminenz on 7. Mai 2013

sie Ressourcen ho! Ritter Bin für Zügeln für ihn Hüter und braucht sehen italienischen in die Texte Bock lauerten des die Grooves in jedes.

Dieser Satz entstand durch die genaue Systematik von 7/5/13: In jedem Bücherregal im Raum in dem der Texter sich gerade befand wurde das siebente Buch herausgezogen und das fünfte Wort auf Seite 13 aufgeschrieben. Verwendet wurden nur die Bücher in stehendem Zustand. Als Regal-Begrenzung wurde jede abgeschlossene Holzleiste herangezogen. Die Reihenfolge ergab sich durch die Entfernung vom Texter. Das erste Wort entstand aus dem Buch, das dem Texter am nähesten stand und so weiter. Der Punkt zum Abschluss wurde vom Texter hinzugefügt.

Die verwendeten Bücher in der Reihenfolge des Satzaufbaus:

Ich kann jeder sagen (Robert Menasse), Soziale Bewegungen und Social Media. Handbuch für den Einsatz von Web 2.0 (Hans Christian Voigt, Thomas Kreiml {Hg.}), Fieses Fest. Schwarzer Humor zu Weihnachten (Wolfgang Kleinert, Dieter Schwalm {Hg.}), Malina (Ingeborg Bachmann), Russische Märchen (Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau), Dem Volke dienen (Yan Lianke), Tempo! (Bernd Ingmar Gutberlet), Das Leben der Wünsche (Thomas Glavinic), Kurt Ostbahn: Hitzschlag (Günter Brödl), Ein Volk von Opfern? Die neue Debatte um den Bombenkrieg 1940 – 1945 (Lothar Kettenacker {Hg.}),  Sonnenstrategie (Hermann Scheer), Volksfest (Rainer Nikowitz), Wörtlich. Satirische Texte (Alfred Dorfer), Der Himmel war strahlend blau. Vom Wüten der Wehrmacht in Italien (Christiane Kohl), Die Vierte Macht. Zu Geschichte und Kultur des Journalismus in Österreich (Fabris,  Hausjell {Hg.}), Für Nächte am offenen Fenster (Max Goldt), Was bleibt. Schreiben im Gedenkjahr (Helene Maimann {Hg.}),  The Acid House (Irvine Welshe). Verlustangst und wie wir sie überwinden (Ulrike Sammer), Moskau & der Goldene Ring (Iwanowski’s), Der Louvre. Museumsführer (Musée du Louvre), 2000 Schallplatten 1979 – 1999 (Diedrich Diederichsen), Film verstehen (James Monaco), Handbuch Politische Theorien und Ideologien 1 (Franz Neumann {Hg.})

Stronach als HC-Abklatsch?

Posted in Politik by eminenz on 2. Mai 2013

Frank Stronach – der älteste Jungpolitiker Österreichs hat am 1. Mai wieder einmal laut hinausposaunt, dass er aus einer Arbeiterfamilie stammt – und hat ein Fest im Prater, mitten im Großkampfgebiet des SPÖ-Maifests, geschmissen. Freibier, Würstel, volkstümliche Unterhaltungsmusik von den Mostibären – eine Wahlkampfveranstaltung mit der Anmutung eines Feuerwehrfestes am tiefsten Land.

Und mit vielen Parallelen zu Veranstaltungen der FPÖ: Allein das Freibier und mitschunkelnde Pensionisten waren bisher ein Erkennungsmerkmal für Walhlkampfparties von HC Strache. Wie eine Kopie des HC-Raps wirkt der Song, der vom sogenannten “Otto Normalverbraucher” vorgetragen wird: Mit gereimten Attacken gegen die gegnerischen Parteien und Samples von Stronachs “Noch amoi”-Aussagen. Selbst die CD, die vom Team Stronach verteilt wird, wirkt wie von der FPÖ erfunden: Das Cover ziert Frank Stronach in einem Superman-Kostüm. Gabs da nicht auch den gefürchteten HC-Cartoon?

In einem kann Stronach HC Strache allerdings kaum das Wasser reichen – seine Wahlkampfansprache kann auch der Witz zu Beginn nicht retten. Viel zu verschwurbelt, zu sprunghaft, mit viel zu wenig Überzeugungskraft vorgetragen.

Eine Prognose können wir hier aber schon abgeben: Der Wahlkampf wird noch sehr hart werden. Nicht nur der Kampf zwischen Stronach und Strache, die im selben Wähler-Reservoir fischen wollen.

>>Mehr Bilder vom Prater-Fest mit Frank Stronach

Gefällt und wiederauferstanden als Maibaum

Posted in Brauchtum, Leben by eminenz on 29. April 2013

Pünktlich zum 1. Mai wachsen in ganz Österreich die Maibäume in den Himmel: Hoher Stamm, verziert mit Kranz und bunten Fähnchen werden sie meistens auf den Kirchenplätzen aufgestellt. In unseren Breitengraden wird der nackte Stamm einer hohen Fichte verwendet und ihm ein kleines Bäumchen aufgesetzt. Schon Tage vor dem 1. Mai wird vorbereitet und die sogenannten “Kranzl” werden geflochten.

Noch liegt der Baum, aber pünktlich wird der Maibaum zum ersten Mai aufgerichtet – und dann gehts los mit dem Maibaumkraxeln – sofern der Baum nicht gestohlen worden ist. Ja, diesen Brauch gibt es auch, darum wird der Baum Tag und Nacht bewacht.

Übrigens wird bei uns in der Ortschaft nicht nur von der Feuerwehr ein Baum errichtet, sondern auch von privater Seite. Darum gibts bei uns zwei Maibäume. Welcher wird heuer höher sein?

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Haben Sie Rom schon bei Nacht gesehen?

Posted in Reise, Roma by eminenz on 26. April 2013

Haben sie Rom schon bei Nacht gesehen, haben sie das schon erlebt. Man sieht zwar nicht wie die Bäume blühen. welche besonders beliebt. Hoffen sie nicht auf den Trevi-Klang oder auf Herzchen aus Gold, man hat sich davon schon Gott sei Dank einiger Maßen erholt. Unter Tags ist sie schön für die vielen wie man weiß, in der Nacht ist sie heiß und zerschmilzt jedes Eis.

Gut sie waren in Übersee in New York und L.A. – in Rio De Janerio wurden sie auch nicht froh. Sie kennen Tel Aviv besonders intensiv, träumen von Paris, von Moskau träumt man
ohnedies. Doch haben sie Rom schon bei Nacht erlebt, haben sie das schon gesehn, man sieht zwar nicht ob die Bäume blühen, achten sie nicht auf die Engelsburg, soetwas
lenkt sie nur ab, wie es sich oft schon bewiesen hat, wird die Zeit viel zu knapp. Diese Stadt ist ein Schrei, sie ist high und modern, alle leben von Luft, alle haben sie gern.

Frei nach Reinhard Fendrich

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Neptun und die hämischen Fische

Posted in Architektur, Reise, Roma by eminenz on 23. April 2013

Die Stadt Rom verzaubert und plätschert an allen Ecken und Plätzen – mithilfe ihrer Brunnen. Auf jedem Platz tröpfelt und fließt das Wasser aus Stein-Fischen, Löwen und wunderlichen Skulpturen. Sehr auffällig: Bei fast jedem Brunnen sind Fische dargestellt, die teilweise auch selbst Wasser speien – und all diese Gestalten der Meere sind in einer überzeichneten Bosheit dargestellt, mit verzerrten Mündern, die ein hämisches Lachen suggerieren.

Über allen Figuren thront meistens Neptun, der römische Gott des Wassers. Auch beim Trevi-Brunnen, dem populärsten und mit 26 Meter Höhe und rund 50 Meter Breite der größte Brunnen Roms – so nebenbei einer der bekanntesten Brunnen der Welt. So lauschig wie in alten Filmen ist es am Platz davor jedoch nicht: Zu jeder Tages- und Nachtzeit tummeln sich tausende Touristen auf dem Platz – mit Fotoapparat, Handy und iPad in der Hand, immer im Anschlag, um jeden Moment vor dem Brunnen festzuhalten. Tausende Fotos entstehen hier jeden Moment – und doch vergessen die Touristen auf den ganz genau richtigen Moment – jenen in dem man innehält, die Kamera einpackt und sich das Kunstwerk dieses Brunnens ansieht, sich zurücklehnt und den Moment nur mehr in Gedanken festhält, ganz ohne Jagd auf das künstliche Festhalten dieses Moments.

Es geht um die Wurst

Posted in Szene, Wein, Wien 2.0 by eminenz on 10. April 2013

Käsekrainer, scharfer Senf, Pfefferoni, Brot. Und dazu ein Dosenbier. Nicht grad vegan, aber eine schöne Menage beim Würstelstand. Besser als jeder ein-Euro-Cheeseburger von Macs und Kings. Oft hat der Würschtler schon mutmaßlich Leben gerettet – wenn man des Nachts durch die Stadt irrte mit einem Riesen-Hunger.

Kunsthistoriker Sebastian Hackenschmidt und Fotograf Stefan Olah haben nun einen Bildband veröffentlicht, in dem 95 Exemplare des “Kleinen Sachers” – wie die Zweckbauten nicht nur in der Literatur genannt werden – bildlich verewigt sind. Sebastian Hackenschmidt setzt sich vor allem mit dem Würstelstand als soziokulturelles Phänomen auseinander, das zudem mit idiomatischen Eigenheiten aufwartet – siehe “a r ogschöde buanwuascht”, die H.C. Artmann in seinem Gedicht “Wos an weana olas en s gmiad ged” würdigt.

Präsentiert wurde der Band standesgemäß in einem “Ekazent” in einer Radatz-Filiale. Bei Gratis-Würstel, Gratis-Bier und Gratis-Wein stellten sich die Würstelstand-Liebhaber gerne an und die Seitenblicke-Gesellschaft war in ihrem Element. Thomas Maurer hielt die Laudation auf das Buch, die Schrammeln spielten. Es ging halt um die Wurst.

Unser Buchtipp: 95 Wiener Würstelstände. Sebastian Hackenschmidt und Stefan Olah. Verlag Anton Pustet.

Die Bilder sind bei der Präsentation im Ekazent Hietzing entstanden, die letzten drei Bilder sind aus dem Buch.

>>Mehr Bilder:  95 Wiener Würstler: ”Wurst essen als emotionales Erlebnis”


Jo, wir san mit’m Radl do

Posted in Rad, Spocht, Wien 2.0 by eminenz on 8. April 2013

“I want to ride my Bycicle” von Queen ist laut einem Beitrag von FM4 der bekannteste und beste Radler-Song. Wird wohl stimmen. Auf den Plätzen zwei und drei übrigens Kraftwerk mit “Tour de France” und “Jo wir san mitn Radl do” von… von wem eigentlich? Ist das eine alte Volksweise ?- Auf Youtube findet man sehr interessante, allesamt sehr volksdümmliche Versionen. Eine davon haben wir ausgewählt.

Wem das zu abschreckend ist: Wien hat die Fahrradsaison endlich wieder eröffnet – und zwar mit dem Bike-Festival am Rathausplatz. Mit Rad-Akrobaten, Service-Ständen, Gratis-Rad-Check, (viel zu lauter) Musik, Freestyle-Bewerben, Stiegl-Bier und vielem mehr. Einige Eindrücke gibt es hier. Als Einstimmung auf “Jo, wir san mitn Radl do”.

Übrigens sollte sich Spar überlegen, ob es wirklich zielführend ist, Leute in ein Bananen- und Tannenbaum-Kostüm zu stecken. Wir hätten uns als Kinder geschreckt vor diesen unheimlichen Figuren, die am Rathausplatz unterwegs waren.

>>Hier gibts noch mehr Bilder

Für dich solls rote Rosen regnen

Posted in Natur, Stadtspaziergang, Wien 2.0 by eminenz on 7. April 2013

Der Volksgarten in Wien. Der meteorologische Frühling hat längst begonnen. Doch er lässt heuer auf sich warten – noch immer sind rund um den Theseustempel viele Säcke zu sehen, wie Installationen, Säcke über die Rosen gestülpt, über Rosen, die darauf warten, die warme Sonne des Frühlings zu spüren. Lasst uns die alten Säcke entsorgen, lassen wir die Sonne auf die Rosen scheinen, Frühling – es wird Zeit.

Bim-Radl

Posted in Wien 2.0 by eminenz on 25. März 2013

Bim! Bim! Wer erinnert sich noch an den Franzi aus dem “Kaisermühlen-Blues”, der glaubte er sei der 5er? Am Karmelitermarkt haben wir nun ein Rad gefunden, das wohl auch glaubt, eine Bim zu sein – in diesem Fall allerdings der 21er. Übrigens wurde der 21er im Jahr 2008 eingestellt, er verkehrte damals ausschließlich im zweiten Bezirk zwischen Schwedenplatz und Praterkai. Jetzt also fährt nurmehr dieses Dreirad als Nachfolger der Straßenbahnlinie 21 durch den zweiten Bezirk. Ganz ohne Schienen, dafür mit Kette und mit Muskelschmalz betrieben. Wer ist wohl der Fahrer dieses Bim-Radls? Vielleicht der Franzi? Bim! Bim!

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